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Philippinen

Manila

 Panorama von Manila

 

 

Manila (Maynila in Filipino) ist die Hauptstadt der Philippinen.

Manila liegt auf der Hauptinsel Luzón. Die Stadt öffnet sich nach Übersee

über die Manilabucht. Sie ist eine von 16 weiteren Städten und Kommunen,

die zusammen die 636 Quadratkilometer große Region Metro Manila bilden.

In der Stadt Manila leben 1,7 Millionen Menschen, in der Agglomeration

Metro Manila 11,6 Millionen (2007).[1]

Die Metropolregion Greater Manila, die weit über die Grenzen von Metro Manila

hinausreicht, hat 19,2 Millionen Einwohner (2008).[2] Diejenigen Einwohner –

insbesondere Ausländer und Filipinos –, die außerhalb der Metropolregion

wohnen, bezeichnen die gesamte Metropolregion als Manila.

Die Hauptstadt ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum

des Landes sowie Verkehrsknotenpunkt mit Universitäten, Hochschulen,

Theater und Museen. Die Bevölkerung der Stadt ist verschiedenster Herkunft.

Geographie

Geographische Lage

Satellitenaufnahme der Manilabucht
Satellitenaufnahme der Manilabucht

Manila liegt am östlichen Ufer der Manilabucht auf 14° 35' nördlicher Breite

und 120° 59' östlicher Länge und hat eine Fläche von 38,55 Quadratkilometer.

Die Stadt ist von den Städten und Gemeinden der Metro-Region Manila

umgeben: Navotas, Caloocan City, Malabon und Valenzuela im Norden,

Quezon City und Marikina im Nordosten, San Juan, Pasig und Mandaluyong

im Osten, Makati und Pateros im Südosten und Pasay, Taguig und

Paranaque City im Süden.

Der Pasig teilt die Stadt in zwei Teile. Quezon City ist die größte,

bevölkerungsreichste (2,7 Millionen Einwohner 2007)[1] und reichste

Stadt im Großraum Metro Manila.

Zur Metropolregion Manila gibt es drei verschiedene Definitionen:

  • National Capital Region (NCR) oder Metro Manila: Zu ihr gehören
  • die 14 Bezirke der Hauptstadt und weitere 16 Gemeinden.
  • Metro Manila ist zugleich ein Bezirk auf der philippinischen
  • Hauptinsel Luzón. Die Region erstreckt sich über eine Fläche
  • von 636 Quadratkilometer.
  • Greater Manila Area (GMA): Zu diesem Gebiet gehören die
  • 17 Gemeinden von Metro Manila sowie die Provinzen
  • Bulacan, Rizal, Laguna und Cavite. Die Region erstreckt
  •  sich über eine Fläche von 7.627 Quadratkilometer.
  • Mega Manila Region (MMR): Zu ihr gehören die
  • 17 Gemeinden von Metro Manila, die sieben Provinzen
  • des Bezirkes Central Luzon und die fünf Provinzen des
  • Bezirkes CALABARZON. Die Region erstreckt sich über
  • eine Fläche von 38.544 Quadratkilometer.

Stadtgliederung

Manila ist in 897 Baranggays gegliedert (kleine politische

Verwaltungseinheiten, die früher unter der Bezeichnung Barrio

bekannt waren). Diese Baranggays sind auf 100 Zonen und in

weitere 14 Distrikte aufgeteilt. Sieben davon liegen nördlich

des Pasig: Binondo, Quiapo, Sampaloc, San Miguel, San Nicolas,

Santa Cruz und Tondo. Die übrigen sieben Distrikte befinden sich

im Süden des Flusses: Ermita, Intramuros, Malate, Paco, Pandacan,

Port Area und Santa Ana.

Weitere zwei Gebiete werden inoffiziell als Distrikte bezeichnet:

Santa Mesa in Sampaloc und San Andres Bukid in Santa Ana.

Der Distrikt Binondo gilt als die Chinatown der Stadt. Tondo ist

das ärmste Gebiet der Stadt, während die Distrikte Ermita und

Malate touristisch sehr beliebt sind wegen der vielen Bars,

Restaurants und Einkaufszentren. Manila ist weiterhin in sechs

Wahlbezirke zum Kongress geteilt; jeder Bezirk entsendet einen

Vertreter in das Repräsentantenhaus der Philippinen.

Die folgenden Einwohnerzahlen beziehen sich auf die

Volkszählungen vom 1. September 1995, 1. Mai 2000

und 1. August 2007.[3]

(VZ = Volkszählung)

Karte von Manila
Karte von Manila
Distrikt  ↓VZ 1995  ↓VZ 2000  ↓VZ 2007  ↓
Binondo15.10311.61912.100
Ermita6.8235.9696.205
Intramuros10.3847.4665.015
Malate81.03377.39878.132
Paco70.33964.18469.300
Pandacan82.19479.00376.134
Port Area15.88325.24348.684
Quiapo25.17724.61523.138
Sampaloc395.111352.329354.514
San Miguel21.26716.79816.115
San Nicolas39.59441.51743.225
Santa Ana183.306177.480178.769
Santa Cruz118.903107.154118.779
Tondo589.644590.307630.604
Manila1.654.7611.581.0821.660.714

Quelle: National Statistics Office

Klima

Klimadiagramm Manila
Klimadiagramm Manila

Manila liegt in den wechselfeuchten Tropen, die Jahresdurchschnittstemperatur

beträgt 26,7 Grad Celsius und schwankt im Laufe des Jahres nur um knapp

vier Grad Celsius. Von Januar bis April herrscht ein arides, von Mai bis

Dezember ein humides Klima.

Durchschnittlich fallen in einem Jahr 2069 Millimeter Niederschlag,

fast drei Viertel davon allein in den Monaten Juni bis September,

wenn Manila sich im Einflussbereich des Südwest-Monsuns befindet.

Schwere Regenfälle führen während des Monsuns immer wieder zu

Überschwemmungen.

Häufig suchen auch Taifune die Stadt heim. Taifune gehören zu den

schwersten Naturkatastrophen in Manila. Oft richten sie starke

Zerstörungen mit zahlreichen Toten an. Schwere Schäden entstehen

nicht nur durch die hohen Windstärken, sondern auch durch die

häufig sehr starken Niederschläge in kürzester Zeit, die zu

Überschwemmungen führen.

Klimatabelle[4]
 JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDezJahr
Durchschnittliche
Höchsttemperatur (°C)
30,031,132,833,933,932,831,130,631,131,130,630,031,7
Durchschnittliche
Tiefsttemperatur (°C)
20,620,621,722,823,923,923,923,923,923,322,221,122,8
Durchschnittlicher
Niederschlag (mm)
23111732128253414437353195138682069
Durchschnittliche
Regentage
63441217242322191411159

Umweltprobleme

Mülldeponie in Payatas
Mülldeponie in Payatas
Müllsammler
Müllsammler

Manila zählt zu den Städten in der Welt mit der höchsten Luftverschmutzung.

Diese übersteigt die zulässigen Grenzwerte der Welthandelsorganisation (WTO)

um das Dreifache. Der hohe Gehalt an Feinstaub stellt das größte Problem dar.

Die Ursachen liegen sowohl in den zahlreichen Fabrikanlagen und Kraftwerken

als auch im Verkehr und der Müllverbrennung.

Täglich werden in der Hauptstadtregion 7.000 Tonnen Müll produziert. Eine

der größten Mülldeponien Metro Manilas befindet sich in Payatas, Quezon City.

Hier leben und arbeiten 40.000 Menschen am und vom Müllberg.

Am 10. Juli 2000 stürzte der Abfallberg nach heftigen Regenfällen während

des Monsuns zusammen und zerstörte die dicht am Berg stehenden Hütten d

er Müllsammler. Insgesamt forderte das Unglück mindestens 218 Tote,

300 Familien wurden obdachlos.[5]

Auch sauberes Wasser und unzureichende Entsorgungs- und

Reinigungskapazitäten für Abwasser, Abgase und Abfälle stellen ein

Problem dar. Die Wasserversorgungslage der Haushalte hat sich seit

den 1970er Jahren kaum verbessert, weshalb nur wenige Haushalte

über eine Abwasserentsorgung verfügen. So ist der Pasig in Manila

eine Kloake und biologisch tot, da hier täglich ungefiltertes Abwasser,

Hausmüll und Industrieabfälle in den Fluss entsorgt werden.

Öffentliche Busse, Jeepneys und private Personenkraftwagen besitzen

den größten Anteil an der Luftverschmutzung. Der Ausstoß von

Kohlenstoffdioxid nimmt in Folge der fortschreitenden Industrialisierung

und eines stetig wachsenden Verkehrsaufkommens und Energiebedarfs

schnell zu. Die Folgen sind Atemwegs- und Hauterkrankungen unter

der Bevölkerung Manilas. Jährlich sterben 2.000 Menschen an den

Auswirkungen der Umweltverschmutzung. Die unzureichenden

technischen Anlagen in den Fabriken führen immer wieder zu

Beeinträchtigungen. Programme der Regierung, die

Umweltverschmutzung einzudämmen, waren bisher erfolglos.

Ursachen sind vor allem die mangelnde Kontrolle, fehlende

finanzielle Mittel und die verbreitete Korruption.[6]

Geschichte

Vorkoloniale Zeit

Manila war zunächst ein muslimisches Sultanat an der Mündung

des Pasig an den Ufern der Manilabucht. Der Name entstammt

dem Begriff maynilad, wörtlich „Hier gibt es Nilad.“ („may“ = „

Hier gibt es“, als Nilad wird eine weißblütige Mangrovenpflanze b

ezeichnet, die zahlreich in dem Gebiet wächst). Der älteste

Teil Manilas ist jedoch der heutige Distrikt Tondo, welcher auf

einer Kupferplatte aus dem 9. Jahrhundert, heutzutage als

Laguna-Kupferplatteninschrift bekannt, zum ersten Mal erwähnt wird.

Mitte des 16. Jahrhunderts war Manila, das damals den Namen

 „Maynilad“ trug, eine blühende Siedlung. Die große Volksgruppe

der Tagalog, die im südlichen Teil des Pasig ansässig war, wurde

gemeinsam von Rajah Sulayman, Rajah Matanda und Rajah Lakandula,

dem Herrscher des Gebietes von Tondo, regiert.

Als der spanische Eroberer Miguel López de Legazpi auf der Insel Cebu

vom Reichtum Manilas hörte, sandte er Leutnant Martín de Goiti und

Kommandant Juan de Salcedo in den Norden, um dieses Gebiet zu

erforschen. Im ausgehenden Jahr 1569 verließen 300 Soldaten,

Kavalleristen und einige Eingeborene Cebu und begaben sich auf eine

Expedition. Die Spanier erforschten zunächst die nördlich gelegenen

 Inseln Panay und Mindoro. Sie gerieten dabei in Konflikt mit

chinesischen Händlern und Piraten. Goiti und Salcedo besiegten

die Chinesen schließlich und gründeten auf diesen Inseln die

ersten spanischen Siedlungen.

Am 8. Mai 1570 erreichten die Spanier Manila. Von der Größe des

Hafens beeindruckt gingen sie an der Manilabucht an Land. Die

Soldaten wurden von den muslimischen Bewohnern freundlich

empfangen. Sie kampierten schließlich einige Wochen dort und

täuschten dem muslimischen König Rajah Sulayman ein Bündnis

vor. Sie gaben dem König vor, dass sie nur vorübergehend in

Manila bleiben wollten, was aber ihren tatsächlichen Absichten

nicht entsprach.

Am 24. Mai 1570, nach zahlreichen Schlachten zwischen den

beiden Gruppen, marschierten die spanischen Truppen zu den

muslimischen Siedlungen in Tondo. Die schwer bewaffneten

Spanier besiegten schließlich die muslimischen Eingeborenen

und eroberten anschließend die Region. Die Siedlung Manila

fiel am 6. Juni 1570 in die Hände der Spanier und brannte bis

auf die Grundfesten nieder.

Frühe spanische Periode

Fort Santiago von 1570
Fort Santiago von 1570

Im Zuge dieser Niederlage fielen alle drei Herrscher in die Hände von

Martín de Goiti und wurden daraufhin zu Gefangenen des spanischen

Konquistadors. In der Folge konvertierten die Führer zum

römisch-katholischen Glauben. Sie erhielten ihre Privilegien zurück,

wurden ins koloniale Herrschaftssystem integriert und regierten

fortan unter spanischer Kontrolle.

Im Jahre 1571 kam Legazpi nach Manila und gründete mit Hilfe d

er ehemaligen einheimischen Herrscher einen Stadtrat. An der

gleichen Stelle wie die alte Moslemfestung wurde nun die

befestigte spanische Altstadt von Manila gebaut, die Intramuros

genannt wird und nur für Spanier zugänglich war. Manila wurde

am 24. Juni 1571 zur Hauptstadt der neuen philippinischen

Kolonie und Legazpi deren erster Gouverneur.

1579 errichtete Papst Gregor XIII. das Bistum Manila, welches

 Papst Clemens VIII. 1595 zum Erzbistum erhob. Seither ist

Manila Sitz der (Erz-)Bischöfe des (Erz-)Bistums Manila.

Da die Missionierung der Region nicht mit Gewalt

geschehen konnte, vermischte sich der Katholizismus mit

vorspanischen Traditionen. Die Missionare nutzten außerdem

die alte Baybayin-Schrift zur Verbreitung christlicher Texte.

1611 wurde in Manila die Universidad de Santo Tomas als

älteste katholische Universität in Asien eröffnet.

Blütezeit von Verwaltung und Wirtschaft

Bei der Missionierung und Verwaltung wurden lokale Häuptlinge i

n einer Art indirekter Herrschaft mit einbezogen. Aus ihnen entstand

die so genannte principalia, eine ländliche einheimische

Führungsschicht mit entsprechenden Privilegien. Die spanische

Führungsschicht der Kolonie hielt sich hauptsächlich in Manila

auf und überließ die Verwaltung auf dem Lande größtenteils

der lokalen principalia und den spanischen Priestern und

Mönchen vor Ort.

Die wichtigste Einkommensquelle für Spanien war die Rolle

der Region als Handelsstation zwischen China und Mexiko.

Durch den merkantilistisch organisierten Galeonenhandel

zwischen Manila und Acapulco, der 1565 gestartet wurde

und im Jahre 1813 beendet wurde, kamen seinerzeit viele

Chinesen als Händler nach Manila. Durch den

Galeonenhandel und die administrative Zuordnung der

Region zum Vizekönigreich Neuspanien bestanden

außerdem enge Beziehungen zu Mexiko.

Die einmal im Jahr verkehrenden Galeonen brachten

aus Mexiko hauptsächlich Silberbarren und Münzen,

auf der Rückfahrt wurden chinesische Waren, hauptsächlich S

eide und andere Textilien, nach Mexiko mitgenommen.

Jedes Jahr wurden etwa 50 Tonnen Silber von Acapulco

nach Manila verschifft, die als Zahlungsmittel für chinesische

Waren ihren Weg nach China fanden. Deshalb wurden

Galeonen oft von englischen und niederländischen

Freibeutern attackiert, manchmal mit Erfolg.

Niedergang der spanischen Herrschaft

Karte von Manila 1851
Karte von Manila 1851

1762 trat Spanien auf der Seite Frankreichs gegen Großbritannien

in den Siebenjährigen Krieg (1756-1763) ein. Im Oktober 1762

eroberten Truppen der Britischen Ostindien-Kompanie nach

verlustreichen Kämpfen Manila. Der spanische Widerstand

gegen die britische Besatzung wurde durch Gouverneur

Simón de Anda organisiert, der sein Hauptquartier in

Bacolor hatte. Mit dem Friedensvertrag von Paris,

wodurch der Krieg beendet wurde, erhielt Spanien im

Mai 1764 Manila zurück. Wegen der Niederlage durch

die britischen Truppen hatte Spanien an Ansehen

verloren, es war der Beginn des Niedergangs der

spanischen Herrschaft.

1821 wurde Mexiko unabhängig. Die Philippinen, die

formell bis dahin als Bestandteil des Vizekönigreiches

Mexiko verwaltet wurden, kamen nunmehr direkt unter

die Verwaltung Spaniens. In diesem Zusammenhang kam

es im Jahre 1822 in Manila zu einer Revolte von spanischen

 Kreol-Soldaten mexikanischer Herkunft, die sich gegen einen

 Entwaffnungsbefehl der Kolonialregierung wehrten.

Die Kreolen waren die ersten, die sich Filipinos nannten,

ein Begriff der später für alle Einwohner des Archipels

verwendet wurde.

Amerikanische Kolonialzeit

Schlacht in der Bucht von Manila am 1. Mai 1898
Schlacht in der Bucht von Manila am 1. Mai 1898
Spanische Geschütze in Intramuros 1902
Spanische Geschütze in Intramuros 1902

Am 25. April 1898 erklärten die USA Spanien den Krieg.

Beim Spanisch-Amerikanischen Krieg ging es den USA

um die Kontrolle über die verbleibenden Kolonialgebiete

Spaniens und um den Zugang zu asiatischen Märkten

durch die Philippinen. Am 1. Mai 1898 wurde die

veraltete spanische Flotte in der Schlacht in der Bucht von Manila

von der modernen Flotte der USA unter Commodore George Dewey

in nur wenigen Stunden komplett zerstört.

Nach dem Sieg Deweys wurde eine Blockade über die Manilabucht

verhängt. Trotzdem kamen Kriegsschiffe von Großbritannien,

Frankreich, Deutschland und Japan in die Manilabucht.

Das deutsche Kontingent wurde bis zum 12. Juni, als

Admiral Otto von Diederichs in Manila eintraf, größer als

das der USA. Es kam zu Provokationen zwischen den

Amerikanern und den Deutschen. Erst als die Briten sich

auf die Seite der USA stellten, zogen die deutschen Schiffe ab.

Am 12. Juni 1898 erklärten sich die Philippinen für unabhängig

und setzten Emilio Aguinaldo als Präsidenten ein. Dies fand i

n Malolos, Bulacan statt, da große Teile von Manila noch unter

spanischer Kontrolle waren. Im Juli belagerten sie die befestigten

spanischen Innenstadt von Manila, Intramuros genannt. Die Spanier

weigerten sich jedoch, gegenüber den Filipinos zu kapitulieren,

da sie Befehle hatten, dies nur gegenüber den Amerikanern zu tun.

Am 13. August 1898 fand ein amerikanischer Angriff auf Intramuros

statt. Bei der Schlacht um Manila (1898) halfen Aguinaldos Anhänger,

jedoch wurde seinen Truppen nicht gestattet, die befestigte Stadt

zu betreten. Am 14. August 1898 kapitulierten die Spanier und

die USA verkündeten die Gründung einer Militärregierung. Im

Dezember 1898 wurden im Pariser Frieden, auch Vertrag von

Paris genannt, die Philippinen an die USA übergeben.

Am 4. Februar 1899 kam es durch amerikanische Soldaten zu

der Erschießung eines philippinischen Soldaten, der in Manila

eine Brücke in amerikanisch kontrolliertes Territorium überquerte.

Dies war der Anfang des Philippinisch-Amerikanischen Krieges.

Den amerikanischen Truppen gelang während der Schlacht um Manila (1899)

die Unterwerfung der Region und die Errichtung einer Kolonialherrschaft,

welche bis zur japanischen Besetzung Manilas im Zweiten Weltkrieg andauerte.

Zweiter Weltkrieg

Der Cavite Marinehafen bei Manila brennt, 10. Dezember 1941
Der Cavite Marinehafen bei Manila brennt, 10. Dezember 1941
Das zerstörte Manila im Mai 1945
Das zerstörte Manila im Mai 1945

Die Kaiserliche Japanische Armee begann am 8. Dezember 1941,

nur wenige Stunden nach dem Angriff auf Pearl Harbor, mit einem

Überraschungsangriff auf Manila. Nach heftigen Bombardierungen

aus der Luft erfolgte eine Landung von Bodentruppen des

Japanischen Kaiserreiches nördlich und südlich von Manila.

Unter dem Druck der Übermacht zog sich die amerikanische

Armee auf die Halbinsel Bataan und die Insel Corregidor, nahe

der Manilabucht, zurück. Um Manila vor der Zerstörung zu

schützen, wurde sie zu offenen Stadt erklärt.

Am 2. Januar 1942 besetzte die japanische Armee Manila.

Während der Besatzungszeit kam es zu entsetzlichen

Greueltaten japanischer Truppen gegen die Zivilbevölkerung.

Es kam zu Massenerschießungen, Folter und Vergewaltigungen.

Menschen wurden lebendig verbrannt oder mit dem

Samurai-Schwert geköpft.

Nach der erfolgten Landung der Amerikaner auf Luzón begann

ab dem 5. Februar 1945 unter dem amerikanischen

General Douglas MacArthur der Rückeroberungskampf um

die Stadt. Um Manila kam es zu verlustreichen Häuserkämpfen,

da sich die japanische Armee verschanzt hatte.

Die Schlacht um Manila (1945) führte zur weitgehenden

Zerstörung der Stadt (vor allem der spanischen Altstadt).

Der zähe japanische Widerstand wurde vor allem durch

heftigen Artilleriebeschuss gebrochen. Am 4. März 1945

erklärte Generalmajor Oscar Griswold die Stadt für befreit.

Bei den Kämpfen verübten die Japaner auf Anweisung aus

Tokio während der letzten drei Februarwochen das

Massaker von Manila, bei dem etwa 100.000 Zivilisten

ermordet wurden. 20.000 Japaner starben während der

Kampfhandlungen.[7]

Unabhängigkeit und Diktatur

Oberster Gerichtshof der Philippinen in Manila
Oberster Gerichtshof der Philippinen in Manila

1946 wurde Manila Hauptstadt der unabhängigen Republik Philippinen,

verlor diesen Status aber schon am 17. Juni 1948 durch den „

Republic Act Nr. 333“ an Quezon City.

Am 30. Dezember 1965 wurde Ferdinand Marcos in Manila zum

Präsidenten gekürt. 1970 brachen in Manila Studentenunruhen gegen

das korrupte Marcos-Regime aus, unter anderem weil Marcos eine

neue Verfassung vorbereitete, die die Beschränkung auf zwei

Amtsperioden für einen Präsidenten aufheben sollte. Die Proteste

dauerten zwei Jahre an. 1973 legalisierte der Oberste Gerichtshof

die neue Verfassung. Die Philippinen führten das parlamentarische

System ein, das jedoch faktisch der Konsolidierung der Macht

von Marcos diente.

Durch den „Presidential Decree Nr. 940“ erhielt Manila

am 24. Juni 1976 den Status als Hauptstadt der Philippinen zurück.

Quezon City wurde, zusammen mit Manila und weiteren Gemeinden,

ein Teil der National Capital Region (NCR), auch Metro Manila genannt.

Verschiedene Regierungsbeamte verblieben in Quezon City,

einschließlich der Batasang Pambansa (ehemaliges Parlament der

Philippinen) und letztlich auch das Repräsentantenhaus.

Am 21. August 1983 erschoss ein Attentäter Benigno Aquino,

Oppositionsführer und Ehemann von Corazon Aquino, bei seiner

Rückkehr aus den USA auf dem Flughafen Manila. Durch seine

Ermordung wurde Aquino zum Märtyrer. Zwei Millionen Menschen

nahmen an seinem Begräbnis teil. Eine Massenbewegung gegen

das Marcos-Regime entstand. Seine Witwe Corazon Aquino

wurde zur Leitfigur dieser Bewegung.

Demokratisierung

Hochhäuser in der Ayala Avenue in Makati, dem Geschäftszentrum von Manila
Hochhäuser in der Ayala Avenue in Makati, dem Geschäftszentrum von Manila

Anfang 1986 wurde Aquino nach vorzeitigen Neuwahlen, einer

darauf folgenden Meuterei durch Teile des Militärs,

Massendemonstrationen und Unruhen in Manila zur

Präsidentin der Philippinen. Am 25. Februar 1986 floh

Ferdinand Marcos ins Ausland. 1987 kehrten die Philippinen

zum Präsidialsystem zurück.

Vom 10. bis 15. Januar 1995 fand in Manila der X. Weltjugendtag

statt. Bei der Abschlussmesse mit Papst Johannes Paul II.

am 15. Januar nahmen rund vier Millionen Menschen teil.

Es war die größte historisch belegte Messe aller Zeiten

und zugleich die größte bekannte Versammlung in der

Geschichte der Menschheit.[8]

Bei einer Serie von Bombenanschlägen starben

am 30. und 31. Dezember 2000 in Manila mindestens

22 Menschen, 100 wurden zum Teil schwer verletzt.

Die Polizei nahm daraufhin mehrere Muslime als Tatverdächtige fest.[9]

Nach dem Scheitern eines Amtsenthebungsverfahrens gegen

Präsident Joseph Estrada wegen Bestechlichkeit und Korruption,

begannen am 17. Januar 2001 Massendemonstrationen entlang der

Epifanio Delos Santos Avenue (EDSA) in Manila, die mehrere

Tage anhielten. Am 20. Januar 2001 wurde der Stuhl des

Präsidenten vom Obersten Gerichtshof ohne juristische Grundlage

als vakant erklärt und Gloria Macapagal Arroyo als neue

Präsidentin vereidigt. Die folgenden Gegendemonstrationen wurden

vom Militär auf ihren Befehl hin niedergeschossen und oppositionelle

Führer inhaftiert.

Am 24. Februar 2006 kam es zu einem von der Regierung

behaupteten Putschversuch in Manila durch Teile des Militärs.

Präsidentin Arroyo verhängte den Ausnahmezustand,

regierungstreues Militär und andere Sicherheitskräfte

sicherten strategisch wichtige Orte der Hauptstadt.

Demonstrationszüge zum 20. Jahrestag von Marcos Sturz

wurden verboten, Teile der Presse zensiert und stattfindende

Demonstrationen von der Polizei gewaltsam aufgelöst.[10]

Am 3. März 2006 wurde der Ausnahmezustand wieder aufgehoben.

Bevölkerung

Einwohnerentwicklung

Andrew Gonzalez FSC Hall, De La Salle University
Andrew Gonzalez FSC Hall, De La Salle University

1876 lebten in Manila knapp 100.000 Menschen, bis 1903

verdoppelte sich diese Zahl auf etwa 220.000. Im Jahre 1939,

kurz vor Beginn des Zweiten Weltkrieges, hatte die

Stadt 623.000 Einwohner, 1948 waren es rund eine Million.

Bis 2007 stieg die Einwohnerzahl der Stadt auf ihren

historischen Höchststand von 1,7 Millionen.[1] Durch die

eng gezogenen Stadtgrenzen hat sich die

Bevölkerungszunahme inzwischen deutlich abgeschwächt,

diese findet vor allem in den unzähligen Vororten statt, die

inzwischen 17,5 Millionen Einwohner aufweisen. In der

Metropolregion, die weit über die Grenzen der

Agglomeration Metro Manila hinausreicht, leben insgesamt

19,2 Millionen Menschen (2008).[2]

Ein erheblicher Teil des Bevölkerungswachstums der

Metropolregion wird seit Beginn der kolonialen Entwicklung

durch Einwanderung verursacht. Die Zuwanderer kommen,

entsprechend der internationalen und überregionalen

Bedeutung der Stadt, nicht nur aus dem angrenzenden

Hinterland, sondern aus allen Teilen der Philippinen und

den benachbarten Staaten. Das Ergebnis ist ein

Konglomerat von Menschen mit unterschiedlichem

ethnischen und sprachlichen Hintergrund.

Die folgende Übersicht zeigt die Volkszählungsergebnisse

nach dem jeweiligen Gebietsstand.[11] Die Einwohnerzahlen

beziehen sich auf die Gemeinde in ihren politischen Grenzen,

ohne politisch selbständige Vororte.

Jahr/DatumEinwohner
187693.595
1887176.777
2. März 1903219.928
31. Dezember 1918285.306
1. Januar 1939623.492
1. Oktober 1948983.906
15. Februar 19601.138.611
DatumEinwohner
6. Mai 19701.330.788
1. Mai 19751.497.116
1. Mai 19801.630.485
1. Mai 19901.601.234
1. September 19951.654.761
1. Mai 20001.581.082
1. August 20071.660.714

Ethnische Zusammensetzung

 

Fahrradrikscha in Tondo
Fahrradrikscha in Tondo

Die Mehrheit der Manileños besteht aus Tagalog. Aber es gibt

auch einen bedeutenden Bevölkerungsanteil an Ilocanos,

Visayans, Bicolanos, Waray, Cebuanos und Davaoeños.

Den größten ausländischen Bevölkerungsanteil in Manila

bilden Chinesen, die seit Jahrhunderten in Manila leben.

Dazu gibt es noch einen großen Anteil Amerikaner, Spanier,

Araber, Indonesier und Koreaner. Viele Filipinos vermischen

sich mit der ausländischen Bevölkerung und geben somit

der Stadt einen kosmopolitischen weltlichen Charme und

eine interessante Mischung zwischen Ost und West.

Die ethnische Zusammensetzung der Bevölkerung war laut

Volkszählung 2000 folgendermaßen:[12]

Ethnie  ↓Einwohner-
zahl  ↓
Anteil
in %  ↓
Tagalog1.204.56776,74
Ilocanos49.8313,17
Visayans44.3322,82
Bicolanos39.2952,50
Waray35.6542,27
Andere155.8889,93
Andere ausländische Ethnie19.0061,21
Unbekannt21.0111,34
Manila1.569.584100,00

Quelle: National Statistics Office

Sprachen

 

Menschen in einer Straße von Manila
Menschen in einer Straße von Manila

In Manila ist Englisch die offizielle Sprache. Die Sprache der

Straße ist jedoch Tagalog und Taglish, eine Mischung aus

Tagalog und Englisch und natürlich die Sprachen der

jeweiligen ausländischen Bewohner, wie unter anderem

Chinesisch, Arabisch, Spanisch und Indonesisch.

Ursprünglich ist Tagalog die Sprache der Tagalen, die in

der Region in und um Manila herum leben. Sie diente d

e facto, aber nicht de iure als Grundlage für die offizielle

Nationalsprache Filipino. Die chinesische Minderheit

spricht überwiegend Hokkien, eine Variante des Min Nan.

Die am weitesten verbreiteten Dialekte in Manila sind:

Tagalog (76,4%), Iloco (4,9%), Samar-Leyte (3,3%),

Pampango (3,0%), Bicol (2,8%), Chinesisch (2,6%),

Cebuano (1,9%), Hiligaynon (1,9%), Pangasinan (1,7%)

und Andere (1,5%). Filipino wird von 98,0% der Bevölkerung

gesprochen, Englisch von 66,1% und Spanisch von 8,4%.[13]

Religionen

Manila Metropolitan Cathedral
Manila Metropolitan Cathedral
Mormonen-Tempel
Mormonen-Tempel

Weil Manila der Sitz der spanischen Kolonialverwaltung

war, existieren in Manila viele katholische Kirchen, die

auch unter dem Schutz der UNESCO stehen. Die

wichtigsten Missionare die auf den Philippinen landeten

waren die Dominikaner, Jesuiten, Franziskaner und die

Augustiner. Intramuros ist Sitz des am 6. Februar 1579

gegründeten Erzbistum Manila und eine der ältesten

Erzdiözesen auf den Philippinen. Zum Erzbistum gehören

die Suffraganbistümer Antipolo, Cubao, Imus, Kalookan,

Malolos, Novaliches, Parañaque, Pasig und San Pablo.

Andere bemerkenswerte Kirchen der Stadt, ist die

San-Agustín-Kirche in Intramuros, einer der beliebtesten

Kirchen für Hochzeiten in der Stadt und dazu noch die

einzige mit Klimaanlage. Interessante Kirchen sind

auch die Quiapo-Kirche, Binondo-Kirche, Malate-Kirche

und die San Sebastian-Kirche. Die Kirche von

San Sebastian ist das einzige Kirchengebäude in Asien

das vollkommen aus Stahl konstruiert wurde. Die meisten

Distrikte Manilas besitzen außerdem ihr eigenes Gotteshaus

mit eigenem Charme.

Das Quiapo-Viertel besitzt eine größere muslimische

Gemeinde. In Quiapo steht die berühmte „Goldene Moschee“.

In Ermita existiert ein Hindutempel für die indische Bevölkerung

und in Malate an der Quirino Avenue steht die einzige Synagoge f

ür die kleine jüdische Gemeinde auf den Philippinen. Anhänger

des Buddhismus sind meist Chinesen, wenige Filipinos.

Die Religionsverteilung ist folgendermaßen: Katholiken (93,5%),

Iglesia ni Cristo (1.9%), Protestanten (1,8%), Buddhisten (1.1%)

und Andere (1,4%). Weitere religiöse Minderheiten sind unter

anderem: Evangelikale, Mormonen (Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage),

Anhänger der Unabhängigen Philippinischen Kirche (Iglesia Filipina I

ndependente/Aglipayan), Siebenten-Tags-Adventisten,

Anhänger der „United Church of Christ in the Philippines“ und die Zeugen Jehovas.[13]

Entwicklung der Wohnsituation

Mandaluyong City
Mandaluyong City
Informelle Siedlung
Informelle Siedlung

Die Dynamik durch den immensen Bevölkerungsdruck seit Mitte

des 20. Jahrhunderts bewirkte insgesamt eine explosive

unkontrollierte Expansion der Agglomeration Manila. Die

Planung konnte mit diesen Veränderungen nicht mithalten.

Täglich entstanden an der Peripherie unzählige informelle Siedlungen

(Squatter Camps). Die Folge war eine überproportionale

Zunahme der Bevölkerung in diesen Siedlungen, die in

Caloocan, Mandaluyong City, Navotas, Pateros, Pasay City

und Tondo einen Anteil von zwei Fünftel bis zu drei Viertel an

der Gesamtbevölkerung besitzt.[14]

Die starke flächenhafte Ausdehnung der Stadt lag nicht nur

am Bevölkerungswachstum, sondern auch an der Bauweise.

Die meist ein- bis zweigeschossigen Bungalowsiedlungen der

Oberschicht und die dicht gedrängten Elendsviertel verbrauchen

viel mehr Platz, als für moderne Hochhäuser erforderlich wäre.

Während die Hütten in den Squatter Camps von den Zuwanderern

ohne rechtliche Erlaubnis der zuständigen Behörde oder des

Landbesitzers errichtet wurden, entstanden die Slums in der

Kernstadt durch baulichen Verfall und Vernachlässigung der

früheren Bewohner.

Tondo war 1990 eines der am dichtesten besiedelten Elendsviertel

der Welt. Auf einem Quadratkilometer lebten 65.000 Menschen.

Die Bewohner litten unter Tuberkulose, Typhus, Malaria und

Durchfall. Der „Smokey Mountain“, ein mehr als 50 Meter

hoher Müllberg, direkt am Hafen gelegen, wurde in den

1980er Jahren ein unrühmliches Wahrzeichen für die Stadt.

Rund 20.000 Menschen lebten am und vom Müllberg.

Doch 1995 räumte die Regierung den Slum gewaltsam,

die Hütten wurden niedergerissen, die Familien vertrieben

und der „Smokey Mountain“ in den folgenden Jahren

abgetragen. Der neugewonnene Baugrund wurde

gewinnbringend verkauft. Die 2004 fertig gestellten

Häuser waren unbewohnbar, da sie zwar auf

planiertem, aber noch gashaltigem und nicht entsorgtem

Gelände entstanden.[15]

Auf der anderen Seite wurden seit den 1980er Jahren

zahlreiche Hochhäuser, Luxuswohnsiedlungen, Banken,

Versicherungen und Einkaufszentren errichtet. Die

wohlhabenden Bewohner verließen das Stadtzentrum

und siedelten sich außerhalb des verdichteten Kerngebietes

an. So entstanden moderne Wohnviertel der Oberschicht

vor allem in Bel Air Village, Dasmariñas Village und

Forbes Park, sowie zahlreiche andere Viertel wie

Ayala Alabang in Muntinlupa City, Greenhills in San Juan,

Valle Verde Village in Pasig City und die White Plains

in Quezon City. Etwa zehn Prozent der Bevölkerung lebt

in diesen von Mauern und Wachposten geschützten

Wohngebieten. Diese dienen nicht nur der Trennung

von wohlhabender und mittelloser Bevölkerung, sondern

auch dem Schutz vor Gewalt und Kriminalität.

Heute erstrecken sich rund um ein hochverdichtetes

Stadtzentrum weitläufige zersiedelte Peripherien

mit geringer städtischer Infrastruktur. Insgesamt leben

etwa die Hälfte der Einwohner von Metro Manila in

Slums und Squatter Camps.[14] Die informelle

Bautätigkeit ist für einen überwiegenden Teil der

Bewohner die einzige Möglichkeit an Wohnraum

zu kommen. Die inadäquate Wohnsituation und die

zahlreichen ökologischen Probleme haben die

Regierenden in die Verantwortung gezogen, über

eine neue Stadtplanungspolitik nachzudenken.

Politik

Stadtregierung

Rathaus
Rathaus

An der Spitze der Stadtverwaltung von Manila stehen der Bürgermeister,

der von der Bevölkerung für eine Amtszeit von vier Jahren gewählt wird.

Er ernennt Leiter der verschiedenen Ressorts der Stadtverwaltung

und andere Beamte. Bürgermeister von Manila ist seit 2007

Alfredo Lim von der Genuine Opposition (GO). Er löste Lito Atienza

von der Liberal Party of the Philippines (Partido Liberal ng Pilipinas)

ab, der die Stadt seit 1998 regierte. Lim war schon von 1992 bis 1998

Bürgermeister von Manila.

Die Hauptstadtregion wird von der „Metropolitan Manila Development

Authority“ (MMDA) verwaltet, deren Exekutivorgan der

„Metro Manila Council“ ist. Der Rat besteht aus den Bürgermeistern

von allen 17 Städten und Gemeinden von Metro Manila unter der

Leitung eines höherrangigen Funktionärsgremiums. Der Rat

verabschiedet Gesetze, legt die Grundsteuer fest und teilt den

einzelnen Ressorts der Stadtverwaltung ihre finanziellen Mittel zu.

Städtepartnerschaften

Manila unterhält mit folgenden Städten Partnerschaften:[16]

Regionenpartnerschaften

Manila unterhält mit folgenden Regionen Partnerschaften:

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Musik und Theater

UST Quadricentennial Park Fountain
UST Quadricentennial Park Fountain

Die Hauptstadt ist ein kulturelles Zentrum und zieht die begnadetsten

Künstler klassischer und moderner philippinischer Musik sowie Tanz-

und Theaterkunst des ganzen Landes an. Die Stadt beherbergt z

ahlreiche Bars und Musikklubs, die sich vor allem in Pasay, Makati,

Quezon City und am Roxas Boulevard konzentrieren.

Manila besitzt eine der größten Theaterszenen in Südostasien.

Zu den vielen englischsprachigen Gruppen gehören unter anderem

die „Repertory Philippines“, die ihre Stücke und Musicals das

ganze Jahr im „William J. Shaw Theater“ aufführen. Viele der

Schauspieler hatten Auftritte im Londoner Theaterviertel

West End und am Broadway in New York.

Klassische und aktuelle Stücke zeigen vor allem

die „Philippine Experimental Theater Association“ und

die „Tanghalang Pilipino“. Einheimische Folklore,

Ballettaufführungen und Konzerte klassischer Musik

werden im „Cultural Center of the Philippines“

(Kulturzentrum der Philippinen) gezeigt. Kostenlose Konzerte,

Stücke und Ballettaufführungen sind im Freilufttheater im

Paco Park und im Rizal Park zu sehen.

Museen

Coconut Palace
Coconut Palace

Zu den zahlreichen Museen der Stadt gehört

das „National Museum of the Philippines“ (Nationales Museum der Philippinen).

Es wurde am 4. Oktober 1901 eröffnet und beherbergt Ausstellungsstücke

aus den Bereichen Kunst, Botanik, Zoologie, Geologie und Anthropologie.

Das „Casa Manila“ befindet sich am „Plaza San Luis Comples“ und

beherbergt chinesische und europäische Einrichtungsgegenstände aus

dem 19. Jahrhundert.

Das „Central Bank Money Museum“ wurde am 3. Januar 1974 eröffnet

und zeigt philippinische und ausländische Münzen und Geldscheine.

Das „Archdiocese of Manila Museum (AMM)“ (Museum der

Erzdiözese Manila) wurde 1987 eingeweiht und berherbergt kirchliche

und liturgische Stücke zur Geschichte der Katholischen Kirche in

den Philippinen. Innerhalb der „San Augustin Kirche“ befindet sich

das „San Augustin Museum“ mit einer Sammlung von Ölgemälden

Heiliger und religiösen Kunstgegenständen.

Sehenswert ist auch der „Coconut Palace“. Er wurde unter Leitung

von Imelda Marcos für den Besuch von Papst Johannes Paul II. 1981

erbaut. Er diente als Gästehaus für viele prominente Personen,

darunter Muammar al-Gaddafi, Brooke Shields und George Hamilton.

Heute ist es ein Museum mit Schmetterlingsgarten und Orchidarium.

Weitere erwähnenswerte Museen sind das Metropolitan

Museum of Manila (gilt als das bedeutendste Kunstmuseum des Landes),

das „Museo Pambata“ (Kindermuseum), das „Museo ng Maynila“

(Museum der Stadt Manila), das „Intramuros Lights and Sounds Museum“

(Intramuros Licht- und Tonmuseum) und

das „UST Museum of Arts and Sciences“ (UST Museum für Kunst und Wissenschaft).

Bauwerke

Gouverneurspalast
Gouverneurspalast
Malacañang-Palast
Malacañang-Palast

Im Zentrum Manilas liegt Intramuros, ein Stadtteil der komplett

von Mauern umgeben ist. Während der spanischen Kolonialzeit

war der Bezirk Sitz der Kolonialverwaltung, wovon noch erhaltene

Gebäude zeugen, darunter der „Palacio del Gobernador“

(Gouverneurspalast) oder die „Kathedrale von Manila“.

 Innerhalb von Intramuros befindet sich die Festung Fort Santiago,

die 1570 von Martin de Goiti als Fuerza de Santiago gegründet

wurde, um den spanischen Konquistadoren einen Zufluchtsort

gegen Guerilla-Angriffe muslimischer Einheimischer zu bieten.

Die heutige Kathedrale (Manila Cathedral) ist das sechste

Gebäude an diesem Ort und wurde von 1953 bis 1958 mit

Unterstützung des Vatikans errichtet. Die erste Kirche entstand

hier 1581. Als Baumaterial diente hauptsächlich Mangrovenholz

und Bambus. Das fünfte Gebäude verlor seinen Glockenturm bei

dem Erdbeben von 1880, nur ein Jahr nach dessen Fertigstellung.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche vollständig zerstört.

Papst Johannes Paul II. erhob das Gebäude 1981 in den Rang

einer päpstlichen Basilika (Basilica Minore).

Ebenfalls in Intramuros steht die San-Agustín-Kirche. Das

Gebäude, zwischen den Jahren 1587 und 1606 im Stil des

Barock erbaut, ist die älteste Kirche der Philippinen und das

einzige Gebäude, dass der Zerstörung von Intramuros während

der Schlacht um Manila (1945) entgangen ist. San Augustin

wurde 1993 zusammen mit den Barockkirchen in

Santa Maria, Paoay und Miag-ao in die Liste des UNESCO-Welterbes

aufgenommen.[17]

Masjid Al-Dahab (Die goldene Moschee) steht im Stadtteil Quiapo

und gilt als die größte Moschee im Großraum Manila. Die 1976

unter der Leitung von Imelda Marcos erbaute Moschee trägt

ihren Namen, weil ihre Kuppel in schimmerndem Gold leuchtet.

Am Rand der Manilabucht befindet sich das Manila Hotel.

Es wurde 1907 während der amerikanisch-kolonialen Zeit

fertiggestellt und am 4. Juli 1912 eröffnet.

Am nördlichen Flussufer des Pasig liegt

der „Malacañang Palace“. Der Palast ist der offizielle

Wohnsitz des Präsidenten der Philippinen. Im Stadtteil

Binondo befindet sich das Chinatown von Manila. Es ist

mit seinen vielen Geschäften und Restaurants ein Zentrum

des Handels und des Tourismus. Das Viertel symbolisiert

die lange Geschichte der chinesischen Präsenz in der Stadt.

Parks

Das Rizal Monument im Rizal Park
Das Rizal Monument im Rizal Park

Am nördlichen Ende des Roxas Boulevard befindet sich der

60 Hektar große „Rizal Park“ (auch Luneta). Er war während

der spanischen Kolonialzeit als Bagumbayan bekannt. Hier

entstand 1912 das Rizal Monument, das der Erinnerung

an den philippinischen Patrioten José Rizal dient. 1917

erhielt der Park den Namen des philippinischen Nationalhelden.

Im Park befinden sich zahlreiche Mussen und Restaurants,

ein Freilufttheater, ein Planetarium, die Nationalbibliothek

und das Manila Hotel sowie einige chinesische und japanische

Gärten. An einem künstlichen kleinen See sind Repliken

der philippinischen Inseln zu sehen.

Südlich des Rizal Park an der Manilabucht liegt der zwei

Kilometer lange linienförmige „Baywalk“. Die Promenade

säumen viele Freiluftrestaurants und Bars. Abends spielen

hier zahlreiche Bands und Straßenkünstler. Im Stadtzentrum

befindet sich der „Paco Park“. Früher ein spanischer Friedhof,

wurde das Gelände während der spanischen Kolonialzeit von

massiven Mauern umgeben und im Jahre 1996 zum Nationalpark erklärt.

Der Park „Liwasang Bonifacio“ liegt am Pasig und ist dem

Nationalhelden Andrés Bonifacio gewidmet. Bonifacio war 1892

der Gründer des Katipunan, einer Organisation, die sich die

Unabhängigkeit der Philippinen von der spanischen Herrschaft

zum Ziel gesetzt hatte. Später kämpfte der Katipunan gegen

die neue Kolonialmacht USA. Am anderen Ufer des Pasig,

gegenüber des „Malacañang Palace“, befindet sich der „Malacañang Park“.

Am Plaza Lawton, nahe dem Metropolitan Theater, liegt der zwei

Hektar große „Meban Garden“. Der erste Botanische Garten

von Manila wurde von spanischen Jesuiten angelegt. Der Garten

beherbergt unter anderem Bermudagras (Cynodon dactylon) und drei

Jahrhunderte alte Narrabäume (Pterocarpus indicus). Sehenswert

ist auch der „Manila Zoological Garden“ in der Mabini Street,

Ecke Quirino Avenue, in Malate.

Friedhöfe

Der amerikanische Soldatenfriedhof in Fort Bonifacio
Der amerikanische Soldatenfriedhof in Fort Bonifacio

Am südlichen Tor der Aurora Avenue befindet sich der

Chinesische Friedhof (Manila Chinese Cemetery), der um 1850

von dem hohen Regierungsbeamten Lim Ong und dem

Geschäftsmann Carlos Palanca (Tan Quien Sien), gegründet wurde.

Er dient dem Gedenken an die zahlreichen Chinesen, denen es

verboten war, auf spanischen Friedhöfen beerdigt zu werden.

Der 54 Hektar große Friedhof beherbergt Wege, die mit reich

verzierten Mausoleen aus Marmor gesäumt sind. Neben der

Ehre für den Verstorbenen, dienen die Grabmäler auch dem

Zweck, den sozialen Status der Familie zu offenbaren.

Die amerikanische Gedenkstätte und der Soldatenfriedhof

(Manila American Cemetery and Memorial) liegen etwa

zehn Kilometer südöstlich von Manila entfernt. Die Stätte in

Taguig City grenzt an das Fort Bonifacio, dem ehemaligen

US-Fort William McKinley. Der 61,5 Hektar große Bereich

beherbergt die größte amerikanische Gräberstätte des

Zweiten Weltkrieges. Hier liegen 17.206 Soldaten begraben.

In der steinernen Kapelle befinden sich 25 Mosaikkarten,

die die erfolgreich beendeten Einsätze der Amerikaner

im Pazifikkrieg dokumentieren. Auf einer großen

Kalksteintafel sind die Namen von 36.285 Vermissten aufgeführt.

Sport

Blick von der De La Salle University auf den Rizal Memorial Sports Complex
Blick von der De La Salle University auf den Rizal Memorial Sports Complex

Manila war Austragungsort zahlreicher sportlicher Großereignisse.

Dazu gehören unter anderem die Basketball-Weltmeisterschaft 1978,

die Asienspiele 1954, die Südostasienspiele 1981, 1991 und 2005,

die Ostasienspiele 1919, 1925 und 1934, die Leichtathletik-

Asienmeisterschaften 1993 und 2003, die ASEAN ParaGames 2005

und die Schacholympiade 1992.

Der 1934 erbaute „Rizal Memorial Sports Complex“ (RMSC) ist der

nationale Sportkomplex der Philippinen und gilt als der älteste

Sportkomplex in Asien. Er befindet sich an der Pablo Ocampo

(früher Vito Cruz) Street in Malate. Er ist nach dem Nationalhelden

José Protasio Rizal benannt. Das „Rizal Memorial Track and Football Stadium“

ist das Nationalstadion der Philippinen und mit einer Kapazität für

30.000 Zuschauer das größte Stadion im Komplex.

Basketball ist die beliebteste Sportart auf den Philippinen.

Die bekanntesten und erfolgreichsten Mannschaften aus

Manila sind die Letran Knights, die Mapua Cardinals,

die San Beda Red Lions, die San Sebastian Stags und die

St. Benilde Blazers. Alle Vereine spielen in der Liga der

National Collegiate Athletic Association, Philippines (NCAA).

Pferderennen, Fußball, Baseball und Boxen sind ebenfalls

weit verbreitet. Sipa (Kick) ist ein philippinisches Spiel mit

einem kleinen Ball aus Korbgeflecht, der auf dem Rizal

Court in Manila gespielt wird. Tauchen, Bootsfahrten,

Schwimmen und Angeln sind wegen der Lage Manilas

am Meer beliebt. Für Tennis gibt es mehrere Plätze in

der Stadt. Übungsmöglichkeiten für Golf und

Minigolfbahnen sind zahlreich vorhanden.

Regelmäßige Veranstaltungen

Die MV Doulos mit ihrer schwimmenden Buchmesse im Januar 2007 in Manila
Die MV Doulos mit ihrer schwimmenden Buchmesse im Januar 2007 in Manila

In Manila gibt es jährlich viele Feste und Veranstaltungen.

Die christlichen Feiertage werden ausgiebig gefeiert, allerdings

ganz anders als in Europa. In vorspanischer Zeit kamen viele

hinduistische und buddhistische Elemente in die Region.

In Folge der spanischen Kolonisation flossen auch viele

spanische und mexikanische Traditionen in die Kultur mit

ein und nach 1898 kamen zusätzlich noch amerikanische

Einflüsse hinzu.

Jährlich am 9. Januar findet in Manila das Fest des Schwarzen

Nazareners (Quiapo Fiesta) statt, bei dem Mitglieder von

örtlichen Gangs zur Buße eine schwere Statue

des „schwarzen Christus“ durch die Straßen der

philippinischen Hauptstadt tragen, eine Prozession bei der

nur Männer zugegen sein dürfen. Die Prozession des

Schwarzen Nazareners ist eine der größten im Land.

Beginn ist am frühen Nachmittag vor der Quiapo-Kirche.

Zahlreiche Katholiken bevölkern dann den Stadtteil Quiapo,

wenn die Statue aus schwarzem Holz, mit langen Seilen

durch die Straßen gezogen wird.

Das Chinesische Neujahrsfest wird in Manilas Stadtteil

Chinatown im Januar oder Februar gefeiert. In den Straßen

des Viertels werden traditionelle und rituelle Drachentänze

aufgeführt. Das Neujahrsfest wird als der wichtigste

chinesische Feiertag erachtet und leitet nach dem

chinesischen Kalender das neue Jahr ein.

Im Mai und Juni findet das „Manila Mango Festival“ statt.

Am 12. Juni wird jährlich am Unabhängigkeitstag der

Philippinen eine große Militärparade im Rizal Park

abgehalten. Von Ende August bis Anfang September findet

die „Manila International Book Fair“, die größte Buchmesse

der Philippinen, statt. Die Feiern zum Rizal-Tag werden jährlich

am 30. Dezember zu Ehren des philippinischen Nationalhelden

José Protasio Rizal im Rizal Park veranstaltet.

Am 30. Dezember 1896 wurde Rizal in Bagumbayan

(heute Rizalplatz genannt) hingerichtet.

Handel

Pritil-Markt in Tondo
Pritil-Markt in Tondo

In Manila wie auch in weiten Teilen der Philippinen findet man

zahlreiche Märkte unter freiem Himmel, wie auch in Lagerhallen,

wo es eine reiche Auswahl an frischem Gemüse und Früchte

wie zum Beispiel das etwas eigenartig riechende Durian zu

finden ist. Daneben gibt es von Touristen weniger frequentierte

Fleischmärkte. Besonders populär auf den Philippinen sind auch

die sogenannten „Shopping Malls“ (Einkaufszentren) nach

westlichem Vorbild, in denen das Sortiment breit und tief ist.

Am 21. Mai 2006 eröffnete am Roxas Boulevard in Pasay City

auf einer Fläche von 20 Hektar die SM Mall of Asia.

Mit 600 Geschäften, 150 Restaurants, 5000 Parkplätzen und

einer Nutzfläche von rund 400.000 Quadratmetern ist es nach

der South China Mall in Dongguan und der Golden Resources Mall

in Peking das drittgrößte Einkaufszentrum der Welt.[18]

Sehr bekannt in Manila sind das „SM City“ (SM steht für Shoe Mart)

in den Bezirken Ermita, Malate und Ortigas. Sie gehören zu den

größten des Landes. Populär ist auch Robinsons Place im Herzen Manilas,

und im südlichen Teil findet man das „Harrison Plaza“, das zu den

ältesten Einkaufspalästen der Stadt gehört.

Im „Pamilihan sa ilalim ng tulay“ (deutsch: „Markt unter der Brücke“) in

Quiapo verkauft der indigene Teil der Bevölkerung Schmuck, Kleider

und gefälschte Markenkleider.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Manila und der Central Business District von Makati
Manila und der Central Business District von Makati
Blick auf den Pasig von Intramuros, im Hintergrund die Jones Bridge und das Postamt
Blick auf den Pasig von Intramuros, im Hintergrund die Jones Bridge und das Postamt

Metro Manila (statistisch als National Capital Region oder NCR

bezeichnet) ist das finanzielle, kommerzielle und industrielle

Zentrum der Philippinen. Die Region erwirtschaftet 32 Prozent

des philippinischen Bruttoinlandsproduktes (BIP). Im Jahre 2005

lag Metro Manila nach Angaben der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft

PricewaterhouseCoopers mit einem BIP von 108 Milliarden US-Dollar

auf Rang 42 der reichsten Ballungsräume der Welt. Es wird erwartet,

dass die Region bis 2020 mit einem BIP von 257 Milliarden US-Dollar

und einer jährlichen Wachstumsrate von 5,9 Prozent der Aufstieg auf

den 30. Platz gelingt.[19]

In der Metropolregion ist eine exportorientierte Industrie (vor allem

im Bereich der Textil- und Elektronikindustrie) vorherrschend.

Exportgüter sind vor allem Elektronik, Maschinen und Transportmittel.

Hauptexporthafen der Philippinen ist der Hafen von Manila.

Die Philippine Stock Exchange (PSE), die größte Börse des Landes,

hat ihren Sitz in Makati.

Manila hat aufgrund der weit verbreiteten Englischkenntnisse einen

sehr starken Dienstleistungssektor. Vor allem Callcenter, die

für amerikanische Firmen arbeiten, gibt es sehr viele. Weitere

Dienstleistungszweige sind Buchhaltung und Softwareentwicklung,

da philippinische Hochschulabsolventen in diesen Bereichen sehr gut

ausgebildet sind, aber trotzdem recht niedrige Gehälter haben.

Die amerikanische Unternehmensberatung Accenture hat zum

Beispiel in Manila ein sehr großes Dienstleistungszentrum eingerichtet.

Es herrscht ein starker wirtschaftlicher Gegensatz zwischen einer

kleinen reichen Oberschicht und der breiten Bevölkerungsmehrheit.

In Manila gibt es einerseits die saubere und sichere Wolkenkratzerstadt

von Makati mit zahlreichen internationalen Unternehmen, auf der

anderen Seite aber auch viele ausgedehnte Slums ohne ausreichende

Wasser- und Stromversorgung.

Verkehr

Fernverkehr

Autobahnen
South Luzon Expressway
South Luzon Expressway

Autobahnen verbinden Manila mit allen großen Städten des Landes.

Die wichtigsten und verkehrsreichsten Straßen der Hauptstadt bilden

zehn Radialstraßen („radial roads“), die vom Stadtzentrum in die

umliegenden Städte und Provinzen führen, sowie fünf Ringstraßen

(„circumferential roads“) die Halbkreise um Manila bilden.

Der Roxas Boulevard ist die bekannteste von Manilas Straßen

und verläuft entlang der südlichen Küste von Manila.

Der Boulevard ist Teil der Radial Road 1 und führt nach Süden

bis zur Provinz Cavite im Norden der Insel Luzon.

Eine weitere bekannte Radialstraße ist der España Boulevard (

Teil der Radial Road 7), der in Quiapo beginnt und an der

Grenze zu Quezon City endet. Der Sergio Osmeña Highway

(früher South Super Highway), Teil des South Luzon Expressway

oder der Radial Road 3, ist die wichtigste Autobahn zwischen

Manila und den südlichen Provinzen von Luzon.

Eisenbahnverkehr
PNR-Bahnhof „Tayamun“
PNR-Bahnhof „Tayamun“

Am 24. November 1892 wurde die erste Eisenbahnstrecke der

Philippinen von Manila nach Dagupan (Provinz Pangasinán) für

den Verkehr freigegeben. Die Gründung der Manila Railroad

Company (MRR) erfolgte am 4. Februar 1916. Die Umbenennung

in Philippine National Railways (PNR) trat am 20. Juni 1946 in Kraft.[20]

Das Eisenbahnwesen ist wenig entwickelt und besteht im Wesentlichen

aus einer einzigen Staatsbahnstrecke der PNR. Diese verbindet Manila

mit San Fernando (Provinz La Union) und San Jose City (Provinz Nueva Ecija)

im Norden, sowie Batangas City (Provinz Batangas) und Legazpi City

(Provinz Albay) im Süden der Insel Luzon.

Flugverkehr
Abfertigungshalle im Flughafen Manila
Abfertigungshalle im Flughafen Manila

Der Flughafen Manila gliedert sich in (sicherheitstechnisch)

drei separate Abfertigungshallen: Domestic Airport, NAIA

(auch Terminal I) und NAIA II (auch Centennial Terminal).

Der internationale Flughafen „Ninoy Aquino International Airport“,

auch NAIA und Terminal I genannt, dient dem internationalen

Flugverkehr, außer Flüge mit Philippine Airlines (PAL), diese

besitzen ein eigenes Terminal, NAIA II, auch Centennial Terminal

genannt, das ist der Heimatflughafen der Philippine Airlines,

sowohl für nationale als auch internationale Flüge.

Der Domestic Airport (oder Domestic Terminal) dient dem

nationalen Flugverkehr. Es gibt auch regelmäßige

Shuttlebusse/-dienste zwischen den Abfertigungshallen.

Das Flughafengelände befindet sich etwas außerhalb von Manila,

aber in der Metropolregion Metro Manila, in Parañaque, südlich

von Baclaran. Er ist Sitz von über 30 Fluggesellschaften, die über

26 Städte und über 19 Länder anfliegen. Im Jahre 2007 hatte

der Flughafen 17,9 Millionen Reisende und 171.913 Flugzeuge

abgefertigt.[21]

Nahverkehr

Schienenverkehr
Zug der LRT1-Linie fährt in den Bahnhof „Taft“ ein
Zug der LRT1-Linie fährt in den Bahnhof „Taft“ ein

Am 20. Oktober 1888 eröffnete die erste Pferdestraßenbahn

auf der Strecke Manila-Malabon ihren Betrieb. Insgesamt fünf

Linien mit einer Länge von 16,3 Kilometern wurden zwischen

1885 und 1889 gebaut und von der „La Compaña de Tranvias

de Filipinas“ betrieben.

Die erste elektrische Straßenbahn fuhr am 10. April 1905.

In den 1920er Jahren waren 110 Wagen auf 17 Linien mit

einer Länge von 53 Kilometern im Einsatz. Das Netz

wurde von der „Manila Electric Railroad and Light Company“

(Meralco) betrieben. Der Verkehr musste 1944 während der

japanischen Besetzung im Zweiten Weltkrieg eingestellt werden.[22]

Ein unter anderem mit deutscher Unterstützung gebautes Hochbahnnetz

ist in Ansätzen vorhanden. Die Mass Rapid Transit Manila ist das

Stadtbahnsystem der philippinischen Hauptstadt. Es besteht aus

drei Linien, welches am 1. Dezember 1984 mit der Strecke LRT 1

in Betrieb genommen wurde.[23]

Die Behörden in Manila haben erkannt, dass ein öffentliches

Verkehrsmittel wie diese Hochbahn erheblich zur Reduzierung

des Straßenverkehrs beitragen kann und forcieren den Ausbau

des Bahnnetzes. Aus Kosten- und Platzgründen setzten die

Planer die Trasse auf Betonstelzen in die Mitte großer Boulevards;

die Linien folgen demnach großen Hauptverkehrsadern der Stadt.

Weitere Linien sind geplant, aber es mangelt der Stadt an Geld,

um die ehrgeizigen Pläne zügig zu verwirklichen.

Straßenverkehr
 
Jeepney auf einer Straße in Manila
Jeepney auf einer Straße in Manila

Die Straßen von Metro Manila, insbesondere die Hauptverkehrsachsen,

leiden unter chronischer Verstopfung. Die wichtigsten öffentlichen

Verkehrsmittel sind zum einen die Jeepneys. Das waren früher

einmal alte Jeeps des amerikanischen Automobilherstellers

Willys-Overland, die die US-Truppen nach ihrem Abzug

zurückgelassen haben und die die Filipinos zu Kleinbussen

mit bis zu 14 Sitzplätzen umgebaut haben. Heute gibt es

Jeepney-Fabriken, vor allem im Süden von Manila.

Jeepneys sind häufig kunstvoll bemalt und verziert und

gelten als typisches philippinisches Verkehrsmittel,

nicht nur in Manila. In letzter Zeit sind die Jeepneys

vor allem wegen ihrer Abgase und des oftmals schlechten

technischen Zustands stark in die Kritik geraten.

Rund 40 Prozent aller im Land registrierten Fahrzeuge

verkehren in Metro Manila. Omnibusse und Jeepneys

besitzen einen Anteil von 70 Prozent an der täglichen

Personenbeförderung, Privatfahrzeuge einen Anteil

von 30 Prozent, die jedoch 72 Prozent am gesamten

Fuhrpark ausmachen.[14] Der Verkehr mit elektrisch

betriebenen und umweltfreundlichen Oberleitungsbussen

wurde 1924 aufgenommen und 1955 wieder eingestellt.[24]

Für kürzere Distanzen, meist auf Nebenstraßen, nehmen

die Filipino Tricycles. Das sind Mopeds mit Beiwagen, mit

einer Höchstgeschwindigkeit um die 40 Kilometer pro Stunde,

die für den Transport von bis zu vier Personen einschließlich

Fahrer ausgelegt sind. Tricycles sind das preiswerteste Verkehrsmittel.

Es gibt auch noch Fahrrad-Rikschas; diese spielen aber eher eine

untergeordnete Rolle. Für größere Entfernungen nehmen die

Manileños oder die Filipinos den Bus; vorhanden in verschiedenen

Preis- und Qualitätslagen. Sie sind die dritte tragende Säule des

Verkehrs in Manila. Zusätzlich zu den privaten PKW gibt es

zahlreiche Taxis, die wegen der hohen Preise das Verkehrsmittel

der Mittelschicht sind.

Medien

 

Manila mit dem Hauptgebäude der University of Santo Tomas
Manila mit dem Hauptgebäude der University of Santo Tomas

Manila ist die Heimat von großen philippinischen Zeitungsverlagen

mit einer Reihe von Büros und Druckereien am Hafengebiet. Die

Nachrichtenindustrie ist eine der Hinterlassenschaften der

amerikanischen Kolonialzeit und ebnete den Weg für die

Pressefreiheit im Land. Einige der wichtigsten Publikationen

mit Sitz in Manila, einschließlich der ältesten Zeitungen, sind

unter anderem die „Manila Times“, der „Manila Bulletin“,

der „Philippine Star“, der „Manila Standard Today“

und „The Daily Tribune“.

Die Stadt dient als Heimat für eine Reihe von Nachrichten- und

Informationsbüros, Agenturen oder Dienstleistungsfirmen,

einschließlich des Pressebüros des Präsidenten und

Radio-TV Malacañang (RTVM) mit Sitz auf dem Gelände

des Malacañang-Palastes. Das Gebäude des Nationalen

Presseklubs befindet sich am Fuße der Jones Bridge,

nahe dem Postamt, und beherbergt das Internationale

Pressezentrum (IPC), eine staatliche Behörde, die

Genehmigungen für den Besuch ausländischer Mitarbeiter

von Nachrichtenagenturen erteilt.

Manila ist auch die Heimat der renommierten und exklusiven

Journalistenvereinigung „Samahang Plaridel“, deren Mitglieder

zu den führenden Verlegern, Redakteuren und Reportern des

Landes gehören. Agence France-Presse, CNN, Reuters,

Associated Press, die japanischen Sender NHK und

 Fuji Television, und die britische Global Radio News

besitzen alle Außenstellen in Manila.

Bildung

Yuchengco Hall, De La Salle University
Yuchengco Hall, De La Salle University

Manila ist Sitz von zahlreichen Universitäten. Vor allem die

Bezirke von Malate, Ermita, Paco, San Miguel, Quiapo und

Sampaloc sind Standort der wichtigsten Universitäten des Landes.

Unter ihnen befinden sich die „University of the Philippines, Manila“

(U.P. Manila) in Ermita, die „Far Eastern University“ in der

Nicanor Reyes Street (früher Morayta Street), die private

katholische „De La Salle University-Manila“

und die University of Santo Tomas in Sampaloc, sowie die

stadteigene „Pamantasan ng Lungsod ng Maynila“ in Intramuros.

Andere wichtigste Institutionen sind das „Mapua Institute of Technology“,

eine angesehene Schule für Ingenieurwesen,

die „Centro Escolar University, Manila“, das „San Beda College“

und die „University of the East“.

Das „Nationale Museum der Philippinen“ (National Museum of

the Philippines), in dem das Solarium des Künstlers Juan Luna

ausgestellt ist, befindet sich zusammen mit der Nationalen Bibliothek

der Philippinen (National Library of the Philippines) beim Rizal Park.

Söhne und Töchter der Stadt

 

Sonstiges

Im Jahr 1995 fand in Manila der X. Weltjugendtag statt.

Der Abschlussgottesdienst, war mit 4 Millionen Teilnehmern

der größte Gottesdienst, sowie die größte Versammlung

der Menschheitsgeschichte.

Literatur

Dirk Bronger, Marcus Strelow: Manila - Bangkok -

Seoul: Regionalentwicklung und Raumwirtschaftspolitik in den Philippinen, Thailand und Südkorea. Institut für Asienkunde, Hamburg 1996, ISBN 3-88910-178-X

  • Ronald Daus: Manila. Essay über die Karriere einer Weltstadt.
  • Opitz Verlag, Berlin 1987, ISBN 3-925529-00-4
  • Friedhelm Krenz: Rosario. In den Slums von Manila.,
  • Bundes-Verlag, Witten 1989, ISBN 3-926417-07-2
  • Jürgen Rühland: Politik und Verwaltung in Metro Manila.
  • Aspekte der Herrschaftsstabilisierung in einem autoritären System.
  • Weltforum Verlag, München 1982, ISBN 3-8039-0199-5
  • Ramon M. Zaragoza: Old Manila. Oxford University
  • Press, Singapur 1990, ISBN 0-19-588973-8

Einzelnachweise

  1. a b c National Statistics Office: Bevölkerung der Städte von Metro Manila
  2. a b World Gazetteer: Bevölkerung der Metropolregion
  3. National Statistics Office: Demographic Statistics
  4. Stadtklima.de: Mean climatic data Manila
  5. BBC: Justice plea over dump collapse, vom 22. August 2000
  6. Deutsche Welle: Luxusgut saubere Umwelt - Manilas Kampf gegen den Müll, vom 28. Dezember 2006
  7. University of San Diego: Defeat of Japan 1945
  8. Der Weltjugendtag: Johannes Paul II. - Biografie
  9. Universität Kassel: Terror nach dem Geiseldrama - Turbulentes Jahr 2000
  10. Der Spiegel: Ausnahmezustand - Philippinische Polizei geht gegen Oppositionelle vor, vom 25. Februar 2006
  11. Universität Wien: Metro Manila
  12. National Statistics Office: Results from the 2000 Census of Population and Housing
  13. a b Stadt Manila: History, Dialects and Religions
  14. a b c Universität Mainz: Stadtgeographie von Manila - Entwicklung, Wachstum, Funktion
  15. Universität Kassel: Die Besteigung des Smokey Mountain, vom 7. März 2008
  16. Stadt Manila: Städtepartnerschaften
  17. UNESCO: Eintrag der Barockkirchen in die UNESCO-Welterbeliste
  18. Forbes: The World's Largest Malls
  19. PricewaterhouseCoopers: UK Economic Outlook March 2007
  20. Philippine National Railways: Brief history of PNR
  21. Air Transport News: Top 100 Airports
  22. Japan Railway & Transport Review: The Metro Manila MRT System - A Historical Perspective
  23. Light Rail Transit Authority: Offizielle Website
  24. Společnost pro veřejnou dopravu: Weltobusliste

Weblinks

Commons
 Commons: Manila – Bilder, Videos und Audiodateien
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 Wikinews: Manila – Nachrichten
 

 
 

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