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Italien
 
Rom
 
 Rom, italienisch/lateinisch Roma, die größte Stadt Italiens mit ca. 2,7 Mio. Einwohnern im Stadtgebiet sowie rund 3,3 Mio.

Einwohnern als Agglomeration, liegt in der Region Latium an den Ufern des Flusses Tiber.

Die nicht zuletzt wegen ihrer Rolle in der Antike als Hauptstadt des römischen Reichs auch als „ewige Stadt“ bezeichnete

Metropole ist seit 1871 die Hauptstadt des im Risorgimento wiedervereinigten Italiens und Sitz des Malteser-Ritterordens,

der ein eigenständiges, jedoch nichtstaatliches Völkerrechtssubjekt ist. Darüber hinaus ist sie Verwaltungssitz der Region

Latium und der Provinz Rom. Innerhalb der Stadt bildet der unabhängige Staat der Vatikanstadt eine Enklave.

Der Vatikan ist der Sitz des Bischofs von Rom und somit des Papstes, dem Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche.

Somit ist die Stadt eine dreifache Hauptstadt.

Die Altstadt von Rom, der Petersdom und die Vatikanstadt wurden von der UNESCO im Jahre 1980 zum Weltkulturerbe e

rklärt. Außerdem ist Rom der Sitz verschiedener Organisationen der Vereinten Nationen FAO, IFAD und WFP.

Geografische Lage

Blick auf Rom. Im Vordergrund die vatikanischen Museen
Blick auf Rom. Im Vordergrund die vatikanischen Museen

Rom liegt im Zentrum des Landes, am Tiber, unweit des Tyrrhenischen Meeres durchschnittlich 37 Meter über dem Meeresspiegel. I

m Osten Roms befinden sich die Abruzzen, im Nordosten die Sabiner Berge und im Süden die Albaner Berge. Rom liegt in der Tiberebene,

in welcher sich Tiber und Aniene kurz vor der Stadt vereinigen. Die weitere Umgebung ist die Campagna Romana oder kurz Campagna.

Die Provinz Rom grenzt im Norden an die Provinz Viterbo und die Provinz Rieti, im Osten an die Provinz L’Aquila in der Region Abruzzen,

sowie im Süden an die Provinz Frosinone und die Provinz Latina.

Stadtgliederung

Rom gliedert sich in vier Stadtbezirke, 19 Munizipien und 155 Stadtbereiche. Die Munizipien sind Stadtbezirke, die zur leichteren

Regierbarkeit der Stadt Anfang der 1990er Jahre eingeführt wurden. Ursprünglich waren es 20 Munizipien, heute sind es 19, das

ursprüngliche Municipio XIV ist 1992 ausgemeindet worden und existiert heute als selbstständige Stadt Fiumicino. Deshalb fehlt

heute die Nummer XIV in der Reihe der Munizipien.

Munizipien
Munizipien

Die 19 Munizipien setzten sich folgendermaßen zusammen:

I – Centro Storico (Altstadt)
II – Parioli
III – Nomentano – San Lorenzo
IV – Monte Sacro
V – Tiburtina
VI – Prenestino
VII – Centocelle
VIII – delle Torri
IX – San Giovanni
X – Cinecittà
XI – Appia Antica
XII – EUR
XIII – Ostia
XV – Arvalia Portuense
XVI – Monte Verde
XVII – Prati
XVIII – Aurelia
XIX – Monte Mario
XX – Cassia Flaminia

Die Altstadt (Municipio I) ist in 22 Rioni eingeteilt, die teilweise bis in die Antike zurückgehen. Sie haben heute keine

verwaltungstechnische Bedeutung mehr.

I – Monti – er umschließt die Hügel Esquilin und Viminal und reicht von der Piazza Venezia bis zum Lateran
II – Trevi – er umfasst den Quirinal und das darunter liegende Viertel rund um den Trevi-Brunnen
III – Colonna – beidseitig der Via del Corso
IV – Campo Marzio – der nördliche Teil der Altstadt von der Spanischen Treppe bis zur Piazza del Popolo
V – Ponte – das Tiberknie gegenüber der Engelsburg
VI – Parione – das Viertel um Piazza Navona und Campo de’ Fiori
VII – Regola – das Tiberufer zwischen Ponte Garibaldi und Ponte Mazzini
VIII – Sant’Eustachio – das Viertel um Sant' Andrea della Valle
IX – Pigna – zwischen Piazza Venezia und Pantheon
X – Campitelli – er umschließt die Hügel Kapitol und Palatin
XI – Sant’Angelo – in etwa das ehemalige Ghetto
XII – Ripa – der Hügel Aventin und das Tiberufer bis zur Tiberinsel
XIII – Trastevere – auf dem Westufer des Tibers
XIV – Borgo zwischen Vatikan und Engelsburg (Teil des Municipio XVII)
XV – Esquilino – der Ostteil des Esquilin mit der Stazione Termini
XVI – Ludovisi – beidseitig der Via Veneto
XVII – Sallustiano – nördlich der Via XX. Settembre
XVIII – Castro Pretorio – umschließt die Diokletiansthermen
XIX – Celio – der Hügel Caelius
XX – Testaccio – um den Monte Testaccio
XXI – San Saba – der Kleine Aventin mit den Caracalla-Thermen
XXII – Prati – das Gründerzeitviertel nordöstlich des Vatikan, als einziger Rione außerhalb
der Aurelianischen Mauer gelegen (Teil des Municipio XVII)

Die weiteren Vororte, die vor der Stadtmauer entstanden wurden ab 1930 in 35 Quartiere eingeteilt.

Einen realistischen Überblick der historischen Stadt vermittelt auch das 16 m × 17 m große Gips-Modell,

der „Plastico di Roma Antica“, im Museo della Civiltà Romana[1] im Maßstab 1:250.

Klima

as Klima Roms ist von seiner mediterranen Lage geprägt. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 15,5 Grad Celsius
und die jährliche Niederschlagsmenge 880 Millimeter im Mittel.

Die wärmsten Monate sind Juli und August mit durchschnittlich 24,5 bis 24,7 Grad Celsius und die trockensten ebenfalls

Juli und August mit 14 bis 22 Millimeter Niederschlag im Mittel.

Die größten Niederschläge sind von Oktober bis Dezember mit durchschnittlich 106 bis 128 Millimeter zu verzeichnen.

Der kälteste Monat ist der Januar mit 6,9 Grad Celsius im Mittel.

Geschichte

Gründung

Nach der Gründungssage wurde Rom am 21. April 753 v. Chr. von Romulus gegründet. Romulus brachte demnach

später seinen Zwillingsbruder Remus um, als sich dieser über die von Romulus errichtete Stadtmauer belustigte.

Die Zwillinge waren nach der Sage die Kinder des Mars mit der Vestalin Rhea Silvia. Sie seien auf dem Tiber

ausgesetzt, von einer Wölfin gesäugt und dann von dem Hirten Faustulus am Velabrum unterhalb des Palatin gefunden

und aufgezogen worden.

Die Etymologie des Wortes Roma ist ungeklärt, seit der Antike bestehen darüber unterschiedliche Theorien.

Eher unwahrscheinlich scheint die Herkunft aus dem griechischen ΡÏÂŽμη (RomÄ“) mit der Bedeutung „Mut,

Tapferkeit“. Überzeugender ist ein Zusammenhang mit der Wurzel *rum-, „weibliche Brust“, mit einem eventuellen

Hinweis auf die Wölfin, die der Sage nach Romulus und Remus aufgezogen hat. Möglicherweise ist der Name Roma

auch von einem etruskischen Geschlecht, den Rumina, abgeleitet. Das traditionelle Gründungsdatum Roms ist der

Beginn der Zeitskala des Römischen Kalenders, lat. ab urbe condita, abgekürzt a.u.c., deutsch „von der Gründung

der Stadt (Rom) an“. Ausgrabungen auf dem Palatin brachten Siedlungsreste aus der Zeit um 1000 vor Christus

zutage; wahrscheinlich wurden einige latinische und sabinische Dörfer dann um 800 (vielleicht durch Etrusker)

zu einer Stadt vereinigt.

Königszeit und Republik

Die sieben Hügel Roms
Die sieben Hügel Roms

Die Zusammenfassung einzelner Siedlungen zu einem Gemeinwesen könnte sich also nach Auffassung der Historiker

tatsächlich um das legendäre Gründungsdatum herum ereignet haben. Die sprichwörtlichen sieben Hügel Roms sind:

Palatin, Aventin, Kapitol, Quirinal, Viminal, Esquilin und Caelius (auch Caelian(us)). Heute erstreckt sich das Stadtgebiet

auch über die bekannten Hügel Gianicolo, Vaticanus oder Pincio.

Zu Beginn seiner Geschichte war Rom ein Königreich, als erster der – großteils legendären – Nachfolger des Romulus

wird von Titus Livius Numa Pompilius genannt. Nach Vertreibung des letzten etruskischen Königs Tarquinius Superbus

angeblich im Jahr 509 v. Chr. – wurde Rom eine Republik – wenngleich dies wohl tatsächlich erst um 475 v. Chr. geschah.

Die Folgezeit war von Ständekämpfen zwischen den rechtlosen, wenn auch freien Plebejern und den adeligen Patriziern

gekennzeichnet. Rom begann nun damit, die umliegenden Gebiete anzugliedern.

Obwohl sich Rom 390 v. Chr. einer Invasion der Kelten kaum erwehren konnte, expandierte die Stadt dennoch ständig.

Zum Schutz vor weiteren Übergriffen wurde die Servianische Mauer errichtet (siehe in der Abbildung Die sieben Hügel Roms).

312 v. Chr. folgte der Bau des ersten Aquädukts sowie der Bau der Via Appia. Zur Expansion Roms trugen insbesondere auch

die schließlich erfolgreichen Punischen Kriege (264–146 v. Chr.) gegen das nordafrikanische Karthago, das den westlichen

Mittelmeerraum kontrollierte, bei.

Nachdem die Brüder Tiberius und Gaius Sempronius Gracchus, die als Volkstribunen versucht hatten, Landreformen

durchzusetzen, ermordet worden waren, kam es zu einer Phase der Instabilität, die in Bürgerkriegen ihren Höhepunkt fand.

Gaius Iulius Caesar setzte als Diktator eine Reihe von Reformen durch, wurde jedoch 44 v. Chr. ermordet. Zu diesem

Zeitpunkt erreichte das Forum Romanum bereits eine Bebauungsdichte, die eine Ausweitung des Areals nötig machte.

Aus diesem Grund hatte Caesar mit dem Bau des Forum Iulium begonnen.

Kaiserzeit

Maxentiusbasilika
Maxentiusbasilika

Im 1. Jahrhundert v. Chr. war Rom wohl bereits eine Millionenstadt und sowohl geographisches als auch politisches

Zentrum des römischen Reiches. Es verfügte über ein funktionierendes Frisch- und Abwassersystem, ein ausgebautes

Straßennetz und funktionierende Bevölkerungsschutzeinheiten (Vigiles), die als Feuerwehr mit Polizeibefugnissen ihren

Dienst versahen. Trotzdem wurde der Ausbau Roms, der besonders unter Caesars Erbe Augustus forciert worden war,

durch einen großen Brand von Rom unter Nero im Jahr 64 vorübergehend zurückgeworfen.

Unter der Herrschaft der Flavischen Dynastie (69–96 n. Chr.) begannen umfangreiche Bautätigkeiten. Zu diesen neuen

Bauwerken gehören einige der berühmtesten Baudenkmäler wie das Kolosseum und ein Teil der Kaiserforen. Das letzte

dieser Foren wurde Anfang des 2. Jahrhunderts unter Trajan fertiggestellt. Diese Zeit wird vielfach als Höhepunkt des

römischen Reiches angesehen. Große Thermen wie die von Caracalla und Diokletian, welche sogar Bibliotheken

einschlossen, waren fester Bestandteil des römischen Lebens geworden. Besessen vom Gigantismus errichteten

die Kaiser immer größere Bauwerke, wie die Maxentiusbasilika. Hierin begann sich bereits der Niedergang des

Kaiserreiches abzuzeichnen.

Spätantike und Niedergang

Rom im Altertum
Rom im Altertum

Zu Beginn der Spätantike erreichte Rom wohl seine größte Bevölkerungszahl, verlor aber bald an politischer Bedeutung.

Im 5. und 6. Jahrhundert kam es zu Katastrophen, die das Ende der antiken Herrlichkeit der Stadt bedeuteten: Auch die

im 3. Jahrhundert errichtete Aurelianische Mauer konnte nicht verhindern, dass Rom während der Völkerwanderung 410

von den Westgoten und 455 von den Vandalen geplündert wurde.

Nach dem formellen Untergang des Weströmischen Reiches im Jahr 476 wurden bekannte städtische Einrichtungen wie

die Diokletiansthermen und das Kolosseum zunächst weiter unterhalten und trotz sinkender Einwohnerzahlen bestand das

antike Leben fort. Prokopios hielt fest, dass die Bauwerke der Stadt während der Herrschaft der Ostgoten instand gehalten

worden sind. Um 530 lebten noch etwa 100.000 Menschen in Rom. Die zivilisatorische Katastrophe kam erst mit dem

Gotenkrieg und der in diesem Rahmen betriebenen Rückeroberungspolitik des oströmischen Kaisers Justinian. Die

Kriegshandlungen führten zu der endgültigen Zerstörung fast aller römischen Wasserleitungen (537), der Auslöschung

der das antike Erbe bewahrenden Senatorenschicht und einem mehrjährigen Aussetzen des städtischen Lebens durch

oströmisch-gotische Belagerungskämpfe.

Das letzte spätantike Bauwerk in der Stadt ist die 608 errichtete Phokas-Säule. Die Stadt entging nur knapp einer v

ollständigen Zerstörung. Rom gehörte zwar formell seit 554 wieder zum Oströmischen Reich, die Ordnungsfunktionen

wurden jedoch in den Zeiten der Völkerwanderung mehr und mehr vom Papsttum ausgeübt. Zwischen dem 8. und

11. Jahrhundert folgten weitere Belagerungen, Angriffe und Plünderungen durch Langobarden, Sarazenen und

Normannen, so dass sich das bewohnte Stadtgebiet zeitweise kaum über die Tiberufer hinaus erstreckte.

Hochmittelalter und Neuzeit

Rom im Mittelalter
Rom im Mittelalter
Rom um 1490
Rom um 1490
Die Seeschlacht vor Ostia stoppte 849 den dritten arabischen Angriff
Die Seeschlacht vor Ostia stoppte 849 den dritten arabischen Angriff

Seit Pippin erlangte Rom, das im Mittelalter nur noch etwa 20.000 Einwohner zählte, neue Bedeutung als Hauptstadt

des Kirchenstaates (Patrimonium Petri) und als wichtigster Wallfahrtsort des Christentums neben Jerusalem und

Santiago de Compostela. Neuer Glanz kam im Jahr 800 in die Stadt, als Karl der Große durch Papst Leo III. zum Kaiser

des Heiligen Römischen Reiches gekrönt wurde. Zwischen 843 und 849 scheiterten drei Eroberungsversuche durch

muslimische Araber, die Stadthälfte auf dem rechten Tiberufer aber wurde 846 geplündert.

Das von der katholischen Kirche direkt in Rom vermutete Grab des nach dem Brand Roms unter Nero im Jahre

64 hingerichteten Apostels Paulus sowie unzählige andere Reliquien verhießen ab 1300 in den Heiligen Jahren

den Pilgern außergewöhnliche Gnaden und Ablässe. Hierzu trug im Besonderen die Vermutung bei, dass Simon Petrus

gemeinsam mit Paulus hingerichtet und in Rom begraben worden sein soll. Diese Annahme ist bis heute unter Historikern

äußerst umstritten. Die Pilger stellten ein Standbein der Kommune dar, die sich seit dem 12. Jahrhundert um die

Eigenverwaltung bemühte. Ein erstes Aufleben der Kommune im Streit mit dem Papsttum unter Beteiligung des

Kirchenreformers Arnold von Brescia wurde mit der Kaiserkrönung Friedrich Barbarossas 1155 gewaltsam unterbrochen.

Das Aufblühen Roms in der Renaissance wurde 1527 durch das Sacco di Roma („Plünderung Roms“) unterbrochen,

als die Söldnertruppen Karls V. Rom plünderten und verwüsteten.

In christlicher Zeit sind viele bedeutende Bauten entstanden, zum Beispiel die so genannten vier Patriarchalbasiliken

Sankt Paul vor den Mauern über dem Grab des heiligen Apostels Paulus aus dem 4. Jahrhundert, der Lateran,

ebenfalls aus dem 4. Jahrhundert, von Francesco Borromini barockisiert, Santa Maria Maggiore aus dem

5. Jahrhundert und vor allem der Petersdom, der in der heutigen Form aus der Renaissance und dem Barock stammt.

In der Renaissance und im Barock fand die Stadt ein neues Gepräge, das hauptsächlich von Kirchen bestimmt wird,

aber auch von neuen Straßenzügen mit Sichtachsen auf Obelisken, Palästen und Plätzen mit Brunnen. In diesem

Zustand ist Rom bis heute verblieben, weshalb die römische Altstadt neben dem Vatikan eines der beiden

Weltkulturerbe in der Stadt Rom darstellt.

Die „Ewige Stadt“

Schon in der Kaiserzeit tauchte der Begriff der „Ewigen Stadt“ im Zusammenhang mit Rom auf. Der berühmte

römische Geschichtsschreiber Vergil (70-19 v. Chr.) schrieb nach dem Vorbild Homers die Äneis, welche eine

Erzählung der Vorgeschichte und Bedeutung Roms darstellt. Dieses Buch wurde schon in diesen Zeiten zu

einem Lehrbuch an römischen Schulen und gilt als das Nationalepos der Römer. Der Gott Jupiter prophezeit

in diesem Werk die Ewigkeit Roms. Er spricht davon, dass es „die Kunst des Römers sei, die Welt zu regieren,

Völkern Friedensgesetze zu geben, Besiegte zu schonen und Stolze zu beugen“.

Auch am Ende der Kaiserzeit (Mitte bzw. Ende des 4. Jahrhunderts n. Chr.) sprechen einige Autoren vom nie

untergehenden Rom. Der Offizier und Geschichtsschreiber Ammianus Marcellinus (um 333-nach 391)

begründet in seiner Lebensanalogie die Ewigkeit Roms damit, dass virtus (Kraft, Tugend) und fortuna (Glück)

bei der Gründung einen Bund ewigen Friedens geschlossen hätten, welcher garantiert, dass Rom solange

Menschen leben bestehen wird. Auch der Jurist und hohe Beamte Aurelius Prudentius Clemens (348- nach 405)

verglich die Idee des Ewigen Roms mit der Idee des christlichen Roms. Das Römische Reich habe, so

Prudentius, die Menge der Völker geeint und mit seinem Frieden den Christen den Weg bereitet. Weiterhin

sei Rom nicht seiner Kraft beraubt oder gealtert, sondern könne immer noch zu den Waffen greifen, wenn die Kriege riefen.

Hauptstadt Italiens

Nach dem Ende des Kirchenstaates wurde Rom am 26. Januar 1871 die Hauptstadt des neuen Italien. Unter Mussolini

wurden die Differenzen zwischen Staat und Kirche durch die Lateranverträge mit dem Heiligen Stuhl 1929 beendet und

der unabhängige Staat der Vatikanstadt begründet. Nach dem Zweiten Weltkrieg verließ 1946 der König das Land, und

Italien wurde Republik. 1960 fanden in Rom die XVII. Olympischen Sommerspiele statt.

Rom heute

Die großen Bauten des 20. Jahrhunderts wurden fast alle in den Außenvierteln wie dem E.U.R. errichtet, so etwa der

Palazzo del Lavoro. In der Innenstadt dagegen sind Baumaßnahmen aus denkmalpflegerischen Gründen nur selten

erlaubt. Derzeit finden große Grabungen im Bereich der antiken Kaiserforen statt. Im modernen Stadtbild ist die V

ergangenheit noch an vielen Stellen anzutreffen. So ist etwa das Theater des Pompeius am Campo de' Fiori aus

dem 1. Jahrhundert v. Chr., in dessen Vorhof zu Cäsars Zeit die Kurie untergebracht war und er wohl auch getötet

wurde, noch zu großen Teilen erhalten. Allerdings ist im Verlauf der Jahrhunderte aus dem Halbrund für die

Zuschauer eine Wohnbebauung geworden. Heute befinden sich darin Keller und eine Tiefgarage, Restaurants

und Bars, Privatwohnungen und Hotelpensionen. Alle Zimmer haben aufgrund der ursprünglichen halbrunden

Theaterstruktur einen trapezförmigen Grundriss.

Die Erneuerung der Stadt stellt die Römer im Alltag oft vor große Probleme. Schon der Bau einer riesigen

Tiefgarage zum Jahr 2000 in einen Tuffhügel am Petersplatz war umstritten, weil die Zerstörung archäologischer

Reste befürchtet wurde. Aus demselben Grund wurde die immer noch dringend benötigte dritte Metro-Linie bis

heute nicht gebaut.

Größere Probleme als die historische Innenstadt machen die oft unschönen Vorstädte mit ihrer hohen

Kriminalitätsrate. Dort waren nach dem Zweiten Weltkrieg oft nachträglich gegen eine Gebühr genehmigte

Gebäude fast unkontrolliert in die römische Campagna gebaut worden. Während in der Innenstadt die

Kirchen aufgrund ihrer Überzahl oft kaum noch zu erhalten sind, fehlten sie in der Umgebung häufig völlig.

Bis heute sind in der einstigen Stadt der „Thermen für alle“ öffentliche Bäder kaum vorhanden.

Die Einwohner die es sich leisten können, besitzen eine Wohnung in einem der oft begrünten und sorgsam

gepflegten Innenhöfe oder gar eine kleine Villa im Stadtbereich. Insgesamt hat sich seit der Wahl des g

rünen Bürgermeisters Rutelli Anfang der 1990er Jahre und unter der Regierung von Silvio Berlusconi

die Situation nur wenig gebessert.

Unter dem Pontifikat Papst Johannes Paul II. erlebte die Stadt zweimal einen nie zuvor da gewesenen

Menschenandrang. Im Jahr 2000 kamen zum Gottesdienst am Weltjugendtag zwei Millionen Menschen

vor die Tore der Stadt. An den Begräbnisfeierlichkeiten am 8. April 2005 auf dem Petersplatz nahmen

200 Staats- und Regierungschefs sowie drei bis vier Millionen Menschen aus aller Welt teil, von denen

aber nur 300.000 Platz fanden, die übrigen verfolgten die Zeremonien auf Videogroßbildschirmen.

Mosaik mit der Abbildung des Papstes Paschalis I. in der Kirche Basilica di Santa Prassede
Mosaik mit der Abbildung des Papstes Paschalis I. in der Kirche Basilica di Santa Prassede

Religionen

In der Antike war die Römische Mythologie mit ihren Kulten die am weitesten verbreitete Religion in der Stadt.

Dennoch waren in diesem Kulturzentrum auch andere Religionen vertreten, wie zum Beispiel der Mithraskult

und weitere Mysterienkulte. Bereits sehr früh entstand eine christliche Gemeinde in der Stadt, welche trotz

der Christenverfolgungen rasch anwuchs.

Ab der Herrschaftszeit Konstantins des Großen nahm das Christentum im Römischen Reich einen Aufschwung

und überlebte auch dessen Untergang. Nachdem die Stadt mehrfach von heidnischen Völkern geplündert und

zerstört wurde, setzte sich Rom als Zentrum des Kirchenstaates durch. Infolgedessen wurden in Rom unzählige

Kirchen errichtet, die die wichtigsten Heiligtümer beherbergen.

Nachdem Rom 1797 von Napoléon Bonaparte erobert worden war, wurde es nach dem Wiener Kongress 1815

wieder unter päpstliche Hoheit gestellt. Da das italienische Nationalbewusstsein unter der französischen

Besatzung gewachsen war, kam es zum Krieg zwischen dem inzwischen vereinigten Italien und dem

Papstsitz Rom.

Der Papst zog sich darauf hin in den Vatikan zurück, der 1929 in den Lateranverträgen als eigenständiger

Staat akzeptiert wurde. Seitdem ist Rom, besonders der Vatikan, wieder ein großes geistliches Zentrum

des Christentums.

Einwohnerentwicklung

Roms Geschichte begann etwa 800 v. Chr. mit einem Bündnis verschiedener kleiner Dörfer mit wenigen

hundert bis tausend Einwohnern. Von da an wuchs Rom in den nächsten Jahrhunderten kontinuierlich

zu einer Megastadt, die über eine Million Einwohner zählte. Im Zuge der Verlegung bedeutender

Hauptstadtfunktionen nach Konstantinopel im 4. Jahrhundert sowie des Zerfalls des Weströmischen

Reiches im 5. Jahrhundert nahm die Bevölkerung deutlich ab und sank rasch bis zum Jahr 530 auf

etwa 100.000.

Im frühen Mittelalter war Rom mit 20.000 Einwohnern im Vergleich zu heute eine Kleinstadt. Erst mit

dem Aufstieg des Kirchenstaates blühte Rom erneut auf und konnte als Wallfahrtszentrum bis zum

Ende des 19. Jahrhunderts seine Einwohnerzahl wieder auf 230.000 steigern. Erst im 20. Jahrhundert

wuchs Rom erneut zur Millionenstadt heran, indem es in rund 100 Jahren seine Einwohnerzahl mehr

als verzehnfachte.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1858 handelt

es sich um Schätzungen, von 1871 bis 2001 um Volkszählungsergebnisse und 2005 um eine

Fortschreibung des Nationalinstituts für Statistik (ISTAT).

Bevölkerungsentwicklung von Rom
Bevölkerungsentwicklung von Rom

Jahr/DatumEinwohner
3301.000.000
410400.000
530100.000
65020.000
100020.000
1000–1300Anstieg
1300unter 50.000
1400* 20.000
152650.000-60.000
1528** 20.000-30.000
1600100.000
1750156.000
1800163.000
1820139.900
1850175.000
1853175.800
DatumEinwohner
1858182.600
31. Dezember 1861194.500
31. Dezember 1871212.432
31. Dezember 1881273.952
10. Februar 1901422.411
10. Juni 1911518.917
1. Dezember 1921660.235
21. April 1931930.926
21. April 19361.150.589
4. November 19511.651.754
15. Oktober 19612.188.160
24. Oktober 19712.781.993
25. Oktober 19812.840.259
20. Oktober 19912.775.250
21. Oktober 20012.546.804
31. Dezember 20052.547.677

(*) Schisma 1309-1376, Pestepidemie 1348/50
(**) Sacco di Roma 1527

Politik

Bürgermeister

Palazzo Senatorio, das Rathaus von Rom
Palazzo Senatorio, das Rathaus von Rom

Giovanni Alemanno wurde am 28. April 2008 zum Bürgermeister von Rom gewählt. In der Stichwahl erreichte er

gegen den früheren Bürgermeister Francesco Rutelli 53,7 % der Stimmen[2]. Der bisherige Bürgermeister

Walter Veltroni wurde 2001 gewählt und am 28. Mai 2006 für eine zweite Amtszeit mit 61 % der Stimmen

im ersten Wahlgang im Amt bestätigt. [3] Der heutige Bürgermeister Alemanno scheiterte mit nur 37,1 %.

Veltroni trat am 13. Februar 2008 als Bürgermeister, wegen seiner Kandidatur bei den Parlamentswahlen, zurück.[4]

Bürgermeister von Rom:

Gemeinderat

Der Gemeinderat von Rom mit 60 Mitgliedern hat seit der Kommunalwahl 2008 folgende Zusammensetzung:

Städtepartnerschaften

Rom unterhält mit folgenden Städten Partnerschaften:

Achacachi, Bolivien
Athen, Griechenland
Belgrad, Serbien
Cincinnati, Vereinigte Staaten
New York City, Vereinigte Staaten
Paris, Frankreich
Peking, Volksrepublik China
Plowdiw, Bulgarien
Seoul, Südkorea
Tokio, Japan

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Überblick

Engelsburg
Engelsburg
St. Paul vor den Mauern
St. Paul vor den Mauern

Rom wurde der Überlieferung zufolge im Jahre 753 v. Chr. auf einem der sieben Hügel gegründet. Jedoch lassen Funde

darauf schließen, dass bereits 1000 v. Chr. in diesem Bereich menschliche Siedlungen existiert haben müssen.

Besonders das Bild des Hügels Palatin und des nördlich gelegenen Tales ist durch antike Bauwerke bestimmt.

Dies ist darauf zurückzuführen, dass der Palatin in der Kaiserzeit Residenzhügel der Kaiser war, während sich im

Tal zwischen dem Palatin und dem Kapitol das Forum Romanum befand, das Zentrum des städtischen Lebens

im antiken Rom.

Als Innenstadt Roms gilt der Bereich innerhalb der Aurelianischen Mauer, die im 3. Jahrhundert um das Gebiet der

sieben Hügel Kapitol, Quirinal, Viminal, Esquilin, Caelius, Aventin und Palatin errichtet wurde. Das historische

Zentrum breitet sich fast ausschließlich am linken Ufer des Tibers aus.

Hier befinden sich die meisten und größten Baudenkmäler aus der Antike. Die christlichen Gebäude hingegen

sind auf beiden Seiten des Tiber verstreut. Die Vatikanstadt mit dem weithin sichtbaren Petersdom befindet

sich jedoch auf der rechten Seite des Tibers. Das historische Zentrum von Rom, der Petersdom und die

Vatikanstadt wurden von der UNESCO im Jahre 1980 zum Weltkulturerbe erklärt.

Die äußere Stadt und die Peripherie Roms befinden sich im Bereich außerhalb der aurelianischen Mauer.

Die Konzentration antiker Bauwerke ist hier deutlich geringer, wenn man auch immer wieder solche antrifft.

Man findet jedoch zahlreiche Kirchen, welche auch in diesem Bereich errichtet wurden, so zum Beispiel

die Basilika St. Paul vor den Mauern.

Die 1995 errichtete „Große Moschee“, 1150 Jahre nach einer gescheiterten Belagerung durch die Muslime,

war bis 2005 die größte Moschee Europas und ein Zentrum des Islam in Italien.

Theater

Piazza Venezia mit Monumento Vittorio Emmanuele II
Piazza Venezia mit Monumento Vittorio Emmanuele II

Rom spielt eine führende Rolle im italienischen Kulturleben. Im Opernhaus der Stadt, das zu den größten in Italien zählt,

werden Opernaufführungen geboten, die im Sommer auch in den Caracalla-Thermen stattfinden. Außerdem gibt es in

Rom etwa 20 Theater und sechs Konzertsäle, die außerhalb der Sommermonate mit einem abwechslungsreichen

Programm aufwarten.

Im April 2002 wurde im nördlichen Teil der Stadt ein Konzertpark eröffnet; das rund 50.000 Quadratmeter große

Areal umfasst unter anderem drei Konzerthallen mit 700, 1.200 und 2.700 Plätzen, die nach Plänen des Genueser

Museen

Das älteste Museum Roms sind die 1471 eingerichteten Kapitolinischen Museen, die neben den wesentlich

größeren Vatikanischen Museen zu den bedeutendsten Kunstkollektionen Roms gehören.

In der Villa Giulia, dem Landhaus Papst Julius II. welches Mitte des 16. Jahrhunderts errichtet wurde, ist eine

herausragende Sammlung etruskischer und antiker Römischer Kunst untergebracht. Die Kunstsammlung

der Familie Borghese wird in ihrem Palast aus dem frühen 17. Jahrhundert ausgestellt. Sie trägt den

Namen Galleria Borghese und besteht vor allem aus Gemälden und Plastiken.

Im von Michelangelo entworfenen Museo Nazionale Romano delle Terme sind griechische und römische

Plastiken ausgestellt. Ebenfalls bedeutend sind die Gemäldegalerien im Palazzo Doria Pamphili und i

m Palazzo Colonna, die Renaissance-Bronzensammlung im Palazzo Venezia und die Gemäldesammlung

im Palazzo Barberini.

Bauwerke

Blick über den Tiber auf den Petersdom
Blick über den Tiber auf den Petersdom
Der Petersdom
Der Petersdom
Rom vom Petersdom aus gesehen
Rom vom Petersdom aus gesehen
Das Kolosseum bei Nacht
Das Kolosseum bei Nacht

Rom beherbergt als eine der großen Kulturstädte Europas zahlreiche Denkmäler von der Zeit der Etrusker bis hin zur

Gegenwart, wobei die Zeugnisse aus der Zeit der etruskischen Könige und der römischen Frühgeschichte eher spärlich

sind. Umso umfangreicher sind die Hinterlassenschaften aus der Epoche des Römischen Reiches.

Sie reichen vom fast vollständig erhaltenen Pantheon (gegründet im Jahre 27 v. Chr., wiederaufgebaut zwischen

118 und 128 n. Chr.), dem einzigen erhaltenen Kuppelbau der Antike, bis zum eindrucksvollen Kolosseum

(fertiggestellt 80 n. Chr.), dem größten Amphitheater der Antike, das Austragungsstätte von Gladiatorenkämpfen und

anderen Schauspielen war. Seit dem Jahre 1999 dient das Kolosseum auch als Monument gegen die Todesstrafe:

Immer wenn ein Staat dieser Welt die Todesstrafe abschafft, wird das Kolosseum 48 Stunden lang hell erleuchtet –

was aber nur selten geschieht.

In der Stadt findet man neben den antiken Stadtmauern Triumphbögen, einzigartige Kirchen und Paläste sowie große

öffentliche Plätze; besonders bedeutend sind das Forum Romanum und die Kaiserforen, ebenso wie die Caracalla-

Thermen (erbaut um 217 n. Chr.), die heute als Szenerie für die Opernaufführungen im Sommer genutzt werden,

die Katakomben – weit verzweigte unterirdische Anlagen, in denen Christen ihre Gottesdienste feierten und

bestattet wurden – und die Engelsburg, die als Mausoleum für den römischen Kaiser Hadrian erbaut und

im Mittelalter zu einer Festung ausgebaut wurde.

Im 4. Jahrhundert wurde die Kirche San Paolo fuori le mura gebaut und nach der Zerstörung durch einen

Brand im Jahre 1823 wiedererrichtet. Die Basilica San Giovanni in Laterano wurde im 4. Jahrhundert errichtet

und im 17. und 18. Jahrhundert im Wesentlichen wiederaufgebaut. Die aus dem 5. Jahrhundert stammende

Kirche San Pietro in Vincoli ist im 15. Jahrhundert restauriert worden und beherbergt die berühmte

Moses-Statue von Michelangelo Buonarroti.

Weitere bedeutende Bauwerke sind die Piazza Navona mit drei Brunnen (darunter die Fontana dei Quattro Fiumi,

ein Hauptwerk des italienischen Bildhauers Gian Lorenzo Bernini), die Piazza del Campidoglio (Kapitolsplatz

mit einer Bronzestatue des Kaisers Marcus Aurelius, die im 2. Jahrhundert n. Chr. fertiggestellt wurde),

die Fontana di Trevi (ein Barock-Brunnen aus dem 18. Jahrhundert, in den Touristen traditionell Münzen

hineinwerfen und sich etwas wünschen) und die Piazza di Spagna mit der berühmten, aus dem

18. Jahrhundert stammenden Spanischen Treppe, die zu der aus dem 15. Jahrhundert stammenden

Kirche Santa Trinità dei Monti hinaufführt.

Der Janusbogen beim Forum Boarium
Der Janusbogen beim Forum Boarium

Weitere Sehenswürdigkeiten des christlichen Roms sind über die gesamte Stadt verstreut. Das christliche Zentrum

bildet hierbei der nicht zugängliche Staat der Vatikanstadt mit dem Petersdom. Weitere große Kirchen wie die

Lateranbasilika, Santa Maria Maggiore, Sankt Paul vor den Mauern befinden sich innerhalb des Stadtgebiets.

Die meisten Kirchen sind besonders prunkvoll ausgestattet und enthalten Kunstwerke von unschätzbarem Wert.

Sehenswürdigkeiten des modernen Roms befinden sich eher in den äußeren Bezirken der Stadt, wie zum

Beispiel Bauwerke für die Olympischen Sommerspiele 1960, entworfen von Pier Luigi Nervi, einem der

führenden italienischen Architekten des 20. Jahrhunderts, aber auch Ehrenmäler und Hochhäuser. Über die

ganze Stadt verteilt sind zahlreiche weitere Baudenkmäler, Plätze, Brunnen und Obelisken, welche von großen

Künstlern geschaffen und prunkvoll verziert wurden. Im Westen der Stadt entstand 1972–1982 mit dem

Wohnkomplex Corviale das längste Hochhaus Europas.

Parks

Galleria Borghese im Park Villa Borghese
Galleria Borghese im Park Villa Borghese

Unter den zahlreichen fürstlichen Villen, welche das päpstliche Rom umringten, existieren noch mit ihren riesigen

Parkanlagen Villa Borghese, Villa Ada und Villa Doria Pamphili. Weitere Parks sind:

Sport

In der Stadt gibt es mit dem 1927 gegründeten AS Rom und dem im Jahre 1900 gegründeten Lazio Rom

zwei national und international bedeutende Fußballvereine. Beide Vereine tragen ihre Heimspiele im

85.000 Zuschauer fassenden Olympiastadion aus.

Der AS Rom wurde dreimal Italienischer Fußball-Meister, neunmal Italienischer Fußball-Pokalsieger

und gewann einmal (1961) den UEFA-Pokal. Lazio Rom wurde zweimal Meister, viermal Pokalsieger

und gewann einmal (1999) den Europapokal der Pokalsieger.

 

Rom war Austragungsort der Olympischen Sommerspiele 1960 und der ersten Paralympics

überhaupt. Das Olympiastadion liegt im Norden der Stadt.

Kulinarische Spezialitäten

Pantheon
Pantheon

Das kulinarische Angebot in Rom ist sehr abwechslungsreich und reicht von ausgezeichneter Küche der berühmtesten

Köche internationalen Niveaus bis zur typisch römischen Küche mit ihrer Vielfältigkeit; von der jüdischen Küche zur

Zubereitung von Schalentieren über Spezialitäten aus Latium bis hin zu ausgezeichneten Fischgerichten.

Typische Gerichte der römischen Küche sind die „coda alla vaccinara“, Schwänze junger Rinder in Wein mit Tomaten

und Pfefferschoten gekocht, die „pajata“, gefüllter Kalbsdarm mit Tomatensoße, das „abbacchio alla scottadito“

(Milchlammkoteletts), oder die „trippa alla romana“ (Kutteln in Tomaten-Minzsoße), die mit der Zeit immer weiter

verfeinert wurden und heute wahre Spezialitäten sind. Schmackhaft sind auch die Supplì al Telefono, frittierte

Reisklößchen gefüllt mit Mozzarella, gefüllte Zucchiniblüten und Bruschette geröstete Brotscheiben mit Öl und

Knoblauch oder auch in vielen anderen Varianten, beispielsweise mit Tomaten. Eine weitere römische Spezialität

sind verschiedene Zubereitungsarten von jungen Artischocken, beispielsweise „alla Romana“ mit Knoblauch

und Minze im Ofen gedünstet oder frittiert „alla Giudia“, und aus der jüdisch-römischen Küche kommt das

beliebte Baccalà, frittierte Kabeljaufilets, die oft als Imbiss zwischendurch gegessen werden.

Auch zwei der berühmtesten Nudelgerichte kommen aus Rom, die „bucatini (dickere Spaghetti mit einem Loch)

all’amatriciana“, mit Bauchspeck in der Tomatensoße, und die „spaghetti alla carbonara“. Sie wurden einer

Legende nach in der Besatzungszeit für amerikanische Soldaten als Ersatz für deren typisches Frühstück mit

Speck und Ei erfunden, sind aber wohl schon viel länger bekannt, da sie in einem historischen Kochbuch

aus dem 19. Jahrhundert beschrieben werden.

Die traditionellen Restaurants der Stadt mit echten römischen Spezialitäten befinden sich überwiegend in

Testaccio rund um den früheren Schlachthof.

Wirtschaft und Infrastruktur

 

Wirtschaft

Der Tiber und die Engelsbrücke
Der Tiber und die Engelsbrücke

Rom ist seit dem Zweiten Weltkrieg der wichtigste Wirtschaftsstandort in Italien. Seine Wirtschaft basiert auf der

staatlichen Verwaltung, sowie dem Fremdenverkehr. Daneben dominieren andere Dienstleistungsbranchen,

wie ganz besonders der Einzelhandel.

Als Industriestandort produziert Rom vor allem die traditionellen Industrieerzeugnisse Textilien und Souvenirs

für Touristen, sowie die neueren Erzeugnisse wie Nahrungsmittel, pharmazeutische Produkte, Maschinen, Papier-

und Metallwaren. Daneben ist Rom wegen des Klimas und der Monumente auch für die Filmindustrie ein

wichtiger Standort.

Die Hauptverwaltungen zahlreicher internationaler Unternehmen und Organisationen haben ihren Sitz in Rom.

Hierzu zählen unter anderem die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO),

der Internationale Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD), der Welternährungsrat (WFC) und das

Welternährungsprogramm (WFP).

Verkehr

Waggon eines Zuges der U-Bahn-Linie A
Waggon eines Zuges der U-Bahn-Linie A

Rom selbst hat zwei internationale Flughäfen, Fiumicino (Leonardo da Vinci) und Ciampino (G. B. Pastine).

Der an der Küste gelegene internationale Flughafen Leonardo da Vinci ist neben dem Mailänder Flughafen Malpensa

das wichtigste Luftfahrtdrehkreuz des italienischen Luftverkehrs.

Als zentraler Knotenpunkt des italienischen Eisenbahnsystems verfügt Rom über die Bahnhöfe Roma Tiburtina,

Roma Ostiense, Roma Tuscolana, Roma Trastevere, Roma San Pietro, sowie den Hauptbahnhof Roma Termini.

Mit der Inbetriebnahme der neuen Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke nach Neapel in diesem Jahr und dem

baldigen Ausbau des Bahnhofes Tiburtina werden Züge, die Rom nur als Durchgangsstation durchfahren,

nicht mehr den Hauptbahnhof Termini anfahren. Der im Norden der Stadt gelegene Rangierbahnhof

Roma Smistamento (italienisch: Rangierbahnhof) wird nach seiner Stilllegung in dieser Funktion noch

weiterhin als Güterbahnhof genutzt.

Straßenbahnnetz
Straßenbahnnetz

Rom verfügt über ein gut ausgebautes, aber häufig überlastetes ÖPNV-System, bestehend aus Bussen,

Tram und U-Bahn (die Metropolitana). Die ganze Stadt ist durch ein System aus Express- und Stadtbussen

recht gut erschlossen. Das U-Bahn-System mit den Linien A und B ist nur mäßig ausgebaut, da eine

Beschädigung vieler historischer Gebäude und Anlagen durch den Bau der Tunnel befürchtet werden musste.

Daher sind diese Linien insbesondere in den Stoßzeiten häufig überlastet. Der erste Streckenabschnitt

der Metro wurde am 9. Februar 1955 zwischen Termini und Laurentina eröffnet. Heute fährt sie auf zwei

Linien mit einer Länge von 36,6 Kilometern. Eine Erweiterung der Linie B und eine neue Linie C sind in Bau.

Nachdem zwischen dem 8. Januar 1937 und dem 2. Juli 1972 schon einmal Oberleitungsbusse in Rom

fuhren, wurde das System auf einer Linie von 11,3 km nach einer Unterbrechung von 33 Jahren am

23. März 2005 wieder eingeführt.

Südl. Einfallstraße Via Appia Nuova
Südl. Einfallstraße Via Appia Nuova

Die Straßenbahn von Rom nahm am 2. August 1877 den Betrieb auf. Sie verkehrt in sechs Linien auf einem

51,31 Kilometer langen Streckennetz.

Die Straßen Roms sind notorisch verstopft. Auch die Ringautobahn GRA (A90) (Grande Raccordo Anulare) kann

den täglichen Kollaps nicht verhindern. Die Innenstadt gilt als verkehrsberuhigte Zone (ZTL). Das heißt,

Privatautos dürfen sie tagsüber zwischen 6 und 18 Uhr nur mit einer speziellen Ausnahmegenehmigung

befahren. Auch die beiden Stadtteile Trastevere und San Lorenzo wurden verkehrsberuhigt, diese jedoch

in den Abendstunden. Allerdings hat eine großzügige Praxis der Ausnahmegenehmigungen den Effekt verwässert.

Medien

In Rom werden mehrere Tages- und Wochenzeitungen herausgegeben:

Weiter ist die Filmstadt Cinecittà sehr bekannt für erfolgreiche Produktionen.

Die Rundfunkanstalt Radiotelevisione Italiana hat ebenfalls ihren Hauptsitz in Rom.

Bildung

Rom hat drei staatliche Universitäten: Die Universitá degli Studi di Roma La Sapienza ist eine der ä

ltesten Universitäten Europas (Gründung: 1303) und mit 147.000 Studenten die größte Universität

Europas. Die beiden anderen Universitäten sind die Tor Vergata und Roma Tre. Daneben bestehen

mehrere katholische Universitäten als Einrichtungen des Heiligen Stuhls bzw. einzelner geistlicher Orden.

Außerdem ist Rom der Sitz der Akademie der Schönen Künste, der Nationalen Akademie für Tanz,

der Nationalen Akademie für dramatische Kunst, des Musikkonservatoriums und des Zentralinstituts

für die Restaurierung von Kunstwerken.

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Überblick über Rom vom Petersdom aus
Überblick über Rom vom Petersdom aus

Söhne und Töchter der Stadt

 Literatur

  • Clemens Bombeck: Auch sie haben Rom geprägt. An den Gräbern der Heiligen und Seligen i
  • n der Ewigen Stadt. Verlag Schnell & Steiner, Regensburg 2004, ISBN 3-7954-1691-4
  • Filippo Coarelli: Rom. Ein archäologischer Führer. Verlag von Zabern, Mainz 2000, ISBN 3-8053-2685-8
  • Ferdinand Gregorovius: Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter vom V. bis XVI. Jahrhundert. Dtv, München 1988,
  • ISBN 3-423-05960-5 (7 Bde.)
  • Dieter Jansen u.a.: Rom. Ein Reiseführer zu Kunst, Kultur und Geschichte der „Ewigen Stadt“.
  • Artemis Limes, München 1996, ISBN 3-8090-0850-8
  • Frank Kolb: Rom. Geschichte der Stadt in der Antike. Beck, München 2002, ISBN 3-406-46988-4
  • Christoff Neumeister: Das antike Rom. Ein literarischer Stadtführer. Beck, München 1997, ISBN 3-406-42683-2
  • Reinhard Raffalt: Leben mit Rom. Prestel, München 1986 ff.
  1. Concerto Romano. 1999, ISBN 3-7913-2236-2
  2. Fantasia Romana. 1986, ISBN 3-7913-0292-2
  3. Sinfonia Vaticana. 1996, ISBN 3-7913-0291-4
  4. Cantata Romana. 1996, ISBN 3-7913-0404-6
  5. Divertimento Romano. 1989, ISBN 3-7913-0445-3
  • Volker Reinhardt/Michael Sommer: Rom. Geschichte der Ewigen Stadt. Theiss, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8062-2081-0
  • Luca Villoresi, Paul Bennett: Im Bauch von Rom. Kein anderer Ort der Welt birgt so viel Geschichte in seinem Untergrund –
  • Archäologen und neuerdings auch Höhlenforscher erkunden dieses verschwiegene Labyrinth voller Tempel, Katakomben, Aquädukte –

und Geheimnisse, in: National Geographic Deutschland Juli 2006, S. 32–57

  • Rainer Foß/Ina Meyenburg, Rom. Auf erprobten Wegen von der bäuerlichen Siedlung zur Ewigen Stadt, Shaker Media 2008

Brücken in Rom

  • Silvia Koci Montanari: Die antiken Brücken von Rom. Verlag Schnell & Steiner, Regensburg 2006.

Filme

Fotogalerie

Siehe auch

 Portal: Rom und Römisches Reich – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Rom und Römisches Reich

 

 

Anmerkungen

  1. Website des Museo della Civiltà Romana.
  2. Ministero dell'Interno
  3. [1]
  4. NZZ, 13. Februar 2008

Weblinks

Commons: Rom  Bilder, Videos und Audiodateien

Wiktionary
 Wiktionary: Rom – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik
Wikiquote
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